Über 1.000 US-Soldaten im Irak getötet

12. September 2004, 15:10
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Schätzungen über irakische Opfer gehen in die Zehntausende - Einsatz kostet fünf Milliarden Dollar im Monat

Wien/Bagdad/Washington - Die Zahl der Toten im Irak auf amerikanischer Seite hat am Dienstag die 1.000-er Marke überschritten. Laut Berichten des US-Senders CNN und der Nachrichtenagentur Associated Press wurden 1.001 US-Amerikaner im Irak getötet. Seit dem Angriff auf den Irak im März 2003 sind damit im Irak-Krieg mindestens 1.128 Menschen auf Seiten der US-geführten Koalition gestorben, darunter 65 Briten, 19 Italiener, zehn Polen, elf Spanier und acht Ukrainer. Um ein Vielfaches höher liegen die - wenngleich unbestätigten - Schätzungen über irakische Opfer. Sie gehen in die Zehntausende.

"Ende der Hauptkampfhandlungen" 1. Mai 2003

Der weitaus größte Teil der US-Soldaten - über 800 - kam erst nach dem offiziellen Ende der Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben, die meisten bei Anschlägen oder im Kampf mit Aufständischen. In der Statistik sind aber auch Unfälle und andere Todesursachen enthalten. Der tausendste Soldat wurde nach Angaben der Streitkräfte am Dienstag bei der Explosion eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes nahe Balad getötet, einer Ortschaft 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad.

Kaum angaben über irakische Opfer

Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es im Gegensatz zu jener der US-Soldaten keine verlässlichen Angaben. Laut der unabhängigen Web Site Iraq Body Count, die sich bei der Ermittlung der Opferzahlen auf Medienberichte stützt, sind vom 20. März 2003 bis zum 28. August 2004 zwischen 11.800 und 13.800 irakische Zivilisten getötet worden. Die Betreiber der Website weisen jedoch drauf hin, dass über viele zivile Todesopfer nicht berichtet wird und diese daher nicht in der Statistik aufscheinen.

Eine Untersuchung, die die irakische Organisation People`s Kifah Ende Juli dem Nachrichtensender Al Jazeera vorgelegt hatte, geht von wesentlich höheren Opferzahlen aus. Laut der im Herbst 2003 durchgeführten Studie kamen allein während des Zeitraums von März 2003 bis Oktober 2003 rund 37.000 irakische Zivilisten ums Leben. Der Sprecher von People's Kifah, Muhammad al-Ubaidi, erklärte Al Jazeera, die Schätzung sei "hundertprozentig korrekt". Die entsprechenden Daten wurden in einer landesweiten Umfrage gesammelt, in deren Verlauf die Organisation "Hunderte irakische Aktivisten und Akademiker" befragt hatte.

Monatlich fünf Milliarden Dollar

Neben den Opferzahlen steigen auch die Kosten des Einsatzes im Irak täglich. Derzeit kostet er nach Angaben des Pentagons monatlich rund fünf Milliarden Dollar. Bis Ende September 2004 wird der Einsatz im Irak laut "Washington Post" insgesamt 149 Milliarden (123,4 Mill. Euro) Dollar verschlungen haben. Bereits Anfang Mai hatte der US-Senat für das Haushaltsjahr 2005, welches im Oktober beginnt, weitere 25 Milliarden Dollar zur Finanzierung der Militäraktionen im Irak und in Afghanistan bewilligt.

Das US-Verteidigungsministerium hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eingeräumt, dass die Kosten für die Einsätze im Irak und Afghanistan im Haushaltsjahr 2005 vermutlich auf über 50 Milliarden Dollar steigen und damit teurer als geplant werden würden.

Teurer als der Erste Weltkrieg

Mit den 174 Mrd. Dollar, die der Irak-Krieg die US-Steuerzahler inklusive der im Mai beschlossenen Budgetmittel für 2005 gekostet haben wird, steht er kurz davor, sogar jene 199 Mrd. Dollar zu übersteigen, die die Vereinigten Staaten in den Jahren 1917-1918 für den Ersten Weltkrieg ausgeben haben. (APA/AP/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Bilder, die US-Präsident Bush gerne versteckt: Särge mit getöteten US-Soldaten.

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