Fiat meldet Schönes aus Österreich

21. September 2004, 14:26
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Marktanteil derzeit bei 6,38 Prozent - aber: Kurzzulassungskaiser

Wien - Im Interview lobt der Fiat-Auto-Chef Herbert Demel die Leistungen des Importeurs und der Händler in seinem Heimatland. Vordergründig auch mit Recht: Die Marke Fiat liegt auf Platz neun des Zulassungsrankings für die Monate Jänner bis Juli 2004, mit einem Marktanteil von 4,55 Prozent (Quelle: Eurotax iDat). Alfa Romeo kommt auf 1,38 Prozent, was für den 18. Platz reicht. Lancia hatte einen Anteil von 0,45 Prozent. Wegen der hohen Preise klarerweise unter "ferner liefen" zu finden: Ferrari (immerhin wurden 32 Stück verkauft) und Maserati (25). Die beiden Sportwagenmarken werden nach Österreich nicht vom konzerneigenen Importeur gekarrt, sondern vom Handelskonzern Denzel (der auch Mitsubishi und Hyundai en gros vertreibt).

An Neuheiten werden derzeit etwa der Citywagen Fiat Panda sowie der Kompaktvan Multipla gepusht.

Marktanteil 6,38 Prozent

Die konzerneigene Fiat Austria kann damit einen Marktanteil von insgesamt 6,38 Prozent nach Turin melden. Der Haken an der Sache: Fiat ist auch bei den so genannten "Kurzzulassungen" Spitzenreiter - weit vor Marktschwergewicht VW. Kurzzulassungen, auch Tageszulassungen genannt, werden an sich nur bei Vorführwagen angewendet. Um Bonuszahlungen wegen hoher Marktanteile zu lukrieren, melden aber nicht wenige Händler viel mehr Autos an, als sie eigentlich benötigen würden.

Ein Beispiel aus der Statistik des Brancheninformationsdienstes EurotaxGlass-Autoinformation: In der Halbjahresstatistik (kumuliert, Jänner bis Juni) Kurzzulassungen bis 30 Tagen steht bei Fiat die Zahl 1421. Bei VW - Marktanteil über 17 Prozent - sind es 923. Auch Alfa ist verglichen mit dem Marktanteil sehr weit vorne zu finden.

Hohe Rabatte

Weiter auffällig bei den Fiat-Marken: Manche Händler gewähren sehr hohe Rabatte auf den Neuwagenpreis, in Einzelfällen wird von 25 bis 30 Prozent berichtet. Aber: Das Pressen von möglichst vielen Einheiten in den Markt, koste es, was es wolle, ist in der Autobranche nicht unüblich. Mit der Werkstatt verdienen viele Marken noch etwas - im Unterschied zum Neuwagenverkauf. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.9.2004)

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