Das Versteckspiel zum Versteckfilm

10. September 2004, 21:41
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Dreh zu Haneke-Streifen vor dem Abschluss

Wien - Ausnehmend gut gelaunt kamen sie am Montagabend von den Dreharbeiten zum Pressegespräch: Regisseur Michael Haneke und die beiden französischen Starschauspieler Juliette Binoche und Daniel Auteuil sowie Produzent Veit Heiduschka.

"Caché", also "versteckt", heißt Hanekes neuer Film. Passend dazu, fast so, als wäre es eine Marketingstrategie, hielt der Regisseur auch die Handlung weit gehend im Verborgenen: Den Moderator eines Literaturmagazins erreichen mysteriöse Zusendungen - Briefe, Videoaufnahmen -, durch die er und seine Familie sich zunehmend bedroht fühlen. Es gehe wie in früheren Arbeiten um die Themen "Schuld und Sühne".

Gedreht wird diesmal auf Video - Kamera: Christian Berger -, allerdings ausschließlich aus "dramaturgischen Gründen": Der Film sei ein "Verwirrspiel" mit verschiedenen Ebenen, die dadurch nicht so klar voneinander geschieden seien, wie dies etwa in Bennys Video der Fall gewesen war.

Die Dreharbeiten zu "Caché", einer mit 8,4 Millionen Euro budgetierten Koproduktion mit Geldern aus Österreich (ÖFI, Filmfonds Wien und ORF), Frankreich, Deutschland und Italien, fanden in Paris und während des vergangenen Monats in Wien statt. Auteuil - eine erklärte Wunschbesetzung des Regisseurs - verkörpert die Hauptfigur. Binoche, die mit Auteuil schon La Veuve de Saint Pierre drehte, steht nach Code inconnu bereits zum zweiten Mal für Haneke vor der Kamera.

Fertig gestellt wird der Film voraussichtlich bis April. So er den Festivalverantwortlichen gefalle, werde er bei den Filmfestspielen in Cannes vorgestellt und im darauf folgenden Herbst in den heimischen Kinos starten. (irr/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 9. 2004)

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