Gruner+Jahr und Mitarbeiter KG dürfen Anteile aufstocken

13. September 2004, 13:41
posten

Kartellamt hat keine Einwände gegen Übernahme von "Spiegel"-Anteilen

Das deutsche Bundeskartellamt hat grünes Licht für die geplante Änderung der Eigentümerstruktur beim "Spiegel"-Verlag gegeben. Der Verlag Gruner+Jahr und die Mitarbeiter KG des "Spiegel" dürfen damit ihre Anteile um je 0,5 Prozent aufstocken, wie am Dienstag Kartellamtssprecherin Anja Scheidgen einen Bericht des "Tagesspiegel" bestätigte. Die Aufstockung führe im Ergebnis "nicht zu einer Änderung der Stellung von Gruner+Jahr auf dem Leser- oder Anzeigenmarkt", sagte sie.

Die Erben von "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein müssen insgesamt ein Prozent ihres Anteils abgeben. Hintergrund sind alte Vereinbarungen, wonach nach dem Tod von Augstein dessen Familienanteil am Heft kleiner wird.

Vetorecht

Augstein hatte bis zu seinem Tod 2002 ein Vetorecht, obwohl ihm nur noch rund ein Viertel der Anteile gehörten. Etwa ein weiteres Viertel hat Gruner+Jahr, knapp über 50 Prozent die Mitarbeiter KG, in der die "Spiegel"-Angestellten zusammengeschlossen sind.

Künftig könnten die Mitarbeiter und Gruner+Jahr allein und ohne Zustimmung der Erben sämtliche Entscheidungen fällen, hieß es in dem "Tagesspiegel"-Bericht. Die Erben hatten deshalb argumentiert, dass der Verlag Gruner+Jahr, der bereits das Konkurrenz-Magazin "Stern" herausgibt, durch die Anteilserhöhung eine marktbeherrschende Stellung bei politischen Wochenmagazinen erlangen würde. Dadurch sahen sie die Unabhängigkeit des Nachrichtenmagazins gefährdet. Das Kartellamt folgte dieser Argumentation nicht.

Das Kartellamt erklärte dem Bericht zufolge, es mache keinen großen Unterschied, dass die Kontrolle über den Verlag künftig nur noch von zwei und nicht mehr von drei Gesellschaftern ausgeübt werde. Gruner+Jahr habe auch bisher einen mitbeherrschenden Einfluss gehabt und über ein Vetorecht bei Entscheidungen verfügt. (APA)

Share if you care.