Die Schwerarbeiterregelung im Detail

7. September 2004, 19:33
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Bis zu fünf Jahre früher in Pension - Gestaffelte Abschläge je nach Schwerarbeits-Dauer - Sozialministerium sucht weiter nach Definition

Wien - Die "Schwerarbeiterregelung" kann in Anspruch nehmen, wer zumindest 15 Jahre an "Schwerarbeit" geleistet hat. Das Wichtigste vorweg: Was genau unter "Schwerarbeit" verstanden wird, ist noch offen - eine entsprechende Verordnung muss das Sozialministerium ausarbeiten. Für Schwerarbeiter soll grundsätzlich gelten: Je länger unter erschwerten Bedingungen gearbeitet wurde, desto früher kann man in Pension gehen und desto geringer fallen die Frühpensions-Abschläge aus.

Das Mindestalter für eine Schwerarbeiterpension liegt bei 60 Jahren. Dabei werden für jedes Jahr vor dem Regelpensionsalter (65) Abschläge zwischen 0,85 und 2,1 Prozent fällig.

Die Regelung im Detail: Schwerarbeiter können pro Schwerarbeitsjahr um drei Monate früher in Pension gehen, frühestens jedoch mit Erreichen des 60. Lebensjahres. Wer also 15 Schwerarbeitsjahre auf die Waage bringt, kann 45 Monate oder 3,75 Jahre vor dem 65. Geburtstag in Pension gehen (also mit 61 Jahren und drei Monaten). Auf die maximal möglichen fünf Frühpensionsjahre kommt man nach 20 Schwerarbeitsjahren.

Die Abschläge für Schwerarbeiter betragen nach 15 Jahren mindestens 2,1 Prozent, was dem halben "normalen" Frühpensions-Abschlag beim Pensions-Korridor entspricht. Danach sinken die Abschläge pro Schwerarbeitsjahr um 0,05 Prozentpunkte. Das heißt, der geringst mögliche Abschlag von 0,85 Prozent wird nach 40 Schwerarbeitsjahren erreicht.

Wie viele Personen die Regelung in Anspruch nehmen können, blieb am Dienstag noch offen. Die ursprünglich anvisierten maximal fünf Prozent der jährlichen Pensions-Neuzugänge dürften aber nicht gesetzlich festgeschrieben werden. (APA)

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    Das Sozialministerium arbeitet noch an einer Definition des Begriffs "Schwerarbeit".

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