Kindliche Blutgefäße weisen auf Herzerkrankungen hin

13. September 2004, 11:38
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Testergebnisse machen Risiko frühzeitig erkennbar

Dundee - Fehlfunktionen in winzigen Blutgefäßen, ein entscheidendes Anzeichen für eine Herzerkrankung, können bei gesunden Heranwachsenden nachgewiesen werden. Diese Ergebnisse könnten helfen, Kinder mit einem hohen Risiko zu identifizieren und so spätere kardiovaskuläre Schäden frühzeitig zu verhindern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Dundee gekommen. Der leitende Wissenschafter Faisal Khan erklärte, dass in diesem Alter Veränderungen des Körpers potenziell noch reversibel seien. "Wartet man bis zum 30. oder 40 Lebensjahr wird das bereits viel schwerer."

Das Team untersuchte die Auskleidung von winzigen Blutgefäßen, des Endothels, bei 158 schottischen Kindern im Alter von elf bis 14 Jahren. 20 Prozent der Teilnehmer zeigten eine eingeschränkte Endothelaktivität. Obwohl ein schlechter Zustand der Auskleidung mit erhöhten Fettansammlungen im Bauchbereich und diabetesähnlichen Blutzuckerwerten in Zusammenhang gebracht wird, befand sich fast keines der Kinder außerhalb der normalen Werte. Eine Schädigung des Endothels wurde lange Zeit mit Herzerkrankungen in Verbindung gebracht. Diese wichtige Zellschicht reguliert den Blutdruck und Blutfluss und hilft die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern.

Die Anzeichen einer Schädigung bei den winzigsten Gefäßen des Körpers, die rund 95 Prozent des Kreislaufsystems ausmachen, mussten erst identifiziert werden. Entscheidende Fortschritte in bildgebenden Verfahren ermöglichten jetzt, dass entsprechende Aufnahmen nicht invasiv hergestellt werden können. Elektroden transportierten geringe Mengen Acetylcholin oder Sodium Nitroprussid, zwei gefäßerweiternde Medikamente, durch die Hautoberfläche. Mittels Laser wurde dann die Reaktion des Blutflusses bestimmt. Das Licht des Lasers wird durch die Bewegung der Blutkörperchen zerstreut. Ein geringer Blutfluss und eine schwache Erweiterung weisen auf eine Schädigung des Endothels hin. Das Team arbeitete mit Kindern, die an der groß angelegten Dundee Infant Feeding Studie teilgenommen hatten. (pte)

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