Blair: Beim Nordirland-Gipfel kommende Woche geht es um alles oder nichts

8. September 2004, 18:51
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Britischer Premierminister schließt Auflösung der Selbstverwaltungsorgane nicht aus

London - Der britische Premierminister Tony Blair hat die Nordirland-Verhandlungen in der kommenden Woche als "alles entscheidend" für die Zukunft der britischen Unruheprovinz bezeichnet. "Ich denke, ein Abkommen ist möglich. Sollten wir in Leeds Castle keines zu Stande bringen, müssen wir uns nach einem neuen Weg umsehen", sagte Blair am Dienstag vor Journalisten in seinem Londoner Amtssitz. Nach seinen Angaben müssen dafür jedoch zwei Bedingungen erfüllt sein: Die Republikaner müssten "überprüfbar jeglicher Gewalt abschwören" und die Unionisten zur Machtteilung bereit sein.

Dreitägige Allparteien-Konferenz

Blair und sein irischer Kollege Bertie Ahern wollen ab kommendem Mittwoch bei einer dreitägigen Allparteien-Konferenz im südenglischen Schlösschen Leeds Castle versuchen, Katholiken und Protestanten zu einer Rückkehr zur Zusammenarbeit im nordirischen Regionalparlament und der Regionalregierung zu bewegen, wie sie das Friedensabkommen vom Karfreitag 1998 vorsieht.

Im Oktober 2002 waren Parlament und Regierung nach Spionagevorwürfen gegen die republikanische Partei Sinn Fein suspendiert worden. Seitdem weigern sich die protestantischen Parteien, allen voran die Hardliner von der DUP, mit den Republikanern zu kooperieren, solange sich die mit Sinn Fein eng verbundene katholische Untergrundbewegung Irisch-Republikanische Armee (IRA) nicht vollständig auflöst.

In einer klaren Botschaft an Sinn Fein und IRA sagte Blair am Dienstag, die Republikaner bräuchten sich keine Hoffnungen auf eine größere Autonomie Nordirlands zu machen, solange sie nicht zur völligen Aufgabe der Gewalt bereit seien; "ein bisschen Gewalt" werde er nicht hinnehmen. Gleichzeitig kündigte Blair an, er werde nicht zulassen, dass der Gipfel nicht mehr erreiche als "leere Worte".(APA/AFP)

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