France Telecom-Mitarbeiter streiken gegen Privatisierung

14. September 2004, 12:55
posten

Französische Gewerkschaften planen weitere Mobilisierungen gegen Privatisierungen und Unternehmens-Auslagerungen

Nach Angaben der Betriebsleitung des französischen Kommunikationskonzerns France Telecom haben sich heute, Dienstag, etwa 16 Prozent der insgesamt 106.000 Lohnempfänger an einer Arbeitsniederlegung beteiligt, um gegen die Privatisierung ihres Unternehmens zu protestieren und bessere Arbeitsbedingungen zu erlangen. Nach Angaben der Gewerkschaft SUD lag die Streikbeteiligung bei 20 Prozent der Belegschaft.

Die Unternehmensführung erinnerte daran, dass bei der Ankündigung der Umwandlung von France Telecom in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1993 noch 75 Prozent der Angestellten gestreikt hatte, während es bei der Börseneinführung im April 1996 knapp 46 Prozent gewesen waren.

Sämtliche Gewerkschaftsverbände bei France Telecom haben am Dienstag einen 24-stündigen Proteststreik ausgerufen. Sie fordern insbesondere die Aufnahme von Verhandlungen mit der Betriebsleitung über Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen. Gegen das Gesetz, das es dem französischen Staat erlaubte, künftig weniger als 50 Prozent von France Telecom zu behalten, hatten im vergangenen Dezember bereits 12 Prozent der Angestellten gestreikt.

Die Gewerkschaft CGT hat unterdessen am Dienstag zu einer "geeinten Antwort" auf die anstehende "Privatisierungswelle" aufgerufen. Außer France Telecom sind nach Angaben der den Kommunisten nahestehenden Gewerkschaft auch Electricite de France (EdF) und Gaz de France (GdF), Air France, die Pariser Flughafengesellschaft ADP (Aeroports de Paris), die Autobahngesellschaften SNANEF und SAPRR sowie Thales und Areva betroffen. "Es gibt Alternativen zu diesem nationalen Ausverkauf", schreibt die CGT, die weiter soziale Mobilisierungen bei der Post, der Bahngesellschaft SNCF, sowie bei EdF und GdF angekündigt hat.

Zu einer nationalen Protestaktion am 21. Oktober haben auch die Metallarbeiter in der CGT aufgerufen. Der Generaldirektor der Fachgewerkschaft, Daniel Sanchez, veröffentlichte eine Liste von 37 Unternehmen, die die Verlegung ihrer Produktion nach Osteuropa, Asien oder Nordafrika planten. (APA)

Share if you care.