Rummel um Priesterseminar sorgt für Spielplanänderung

13. September 2004, 17:54
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Stadttheater St. Pölten eröffnet die neue Saison mit "Der Priestermacher"

St. Pölten - Das Stadttheater St. Pölten geht mit einem geänderten Auftakt in seine letzte Saison unter dem alten Namen: Aus aktuellem Anlass, nämlich die Vorkommnisse im Priesterseminar St. Pölten, ersetzt "Der Priestermacher" von Bill C. Davis die in der Theaterwerkstatt ursprünglich angesetzte Produktion "Herz eines Boxers". Premiere ist am 7. Oktober (19.30 Uhr).

"Der Priestermacher"

Das Stück handelt vom Bemühen eines alten katholischen Priesters, einen rebellischen Seminaristen auf dem Weg zu Kirche und Gott zu begleiten. Er will ihn dabei nach eigenem Vorbild "zähmen" und an die manchmal seltsamen "Spielregeln" von Gottes Bodenpersonal gewöhnen. Der junge Idealist wehrt sich dagegen. Er nennt Diplomatie Lüge, Demut Falschheit, und er wehrt sich gegen Dogmen und Kadavergehorsam. Der "Priestermacher" versucht mit Liebe und langer Erfahrung, dem jungen Hitzkopf klar zu machen, dass er als "Wahrheitsfreak" keine Chancen hat, die Weihen eines Priesters zu erreichen.

Der Autor zieht alle Register - von humoriger Gelassenheit bis zum Streit um die Wahrheit von Gottes Wort. Eifersucht, Machtgerangel, Intrigen, falsche Moral und Fleischeslust bilden den doppelten Boden, auf dem sich die Kontrahenten begegnen. Am Ende wechseln die Seiten. Der Rebell resigniert, der angepasste Priestermacher wird zum Kämpfer gegen das Pharisäertum und ringt um sein Ziel, der Kirche den jungen Idealisten zu erhalten.

Weitere Aufführungen

Weiter im Programm ist die Schiene für junge "Bühnenfreaks": Im Großen Haus wird "Max und Moritz" gezeigt (Premiere am 13. November, 16.00 Uhr), "Hexe Hillary geht in die Oper" in der Theaterwerkstatt (Premiere am 2. Oktober, 16.00 Uhr).

Ab der Spielzeit 2005/2006 wird die Bühne als gemeinnützige GmbH (mit der Landeshauptstadt St. Pölten und der NÖ Kulturholding als Gesellschafter) geführt und "Schauspielhaus St. Pölten" heißen. (APA)

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