Verband Schweizer Presse ruft zu Finanzierungsstopp für Presserat auf

13. September 2004, 13:41
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Stiftungsrat verwehrt Verlegern Vertretung im Gremium

Der Verband Schweizer Presse kritisiert den Stiftungsrat des Presserats scharf und fordert seine Mitglieder auf, ab sofort jede finanzielle Unterstützung einzustellen. Der Verband, dem über 150 Schweizer Medienunternehmen angehören, reagiert damit auf die Entscheidung des Stiftungsrats, den Verlegern weiterhin die Vertretung im Presserat zu verwehren. Dass der Entscheid vom Stiftungsrat nicht einmal begründet worden sei, werde als grobe Unhöflichkeit empfunden, schrieb der Verband in einer Stellungnahme am Dienstag.

"Destruktive Trotzreaktion"

Der Verband kritisiert insbesondere, dass die Frage der Vertretung im Presserat "offenkundig mit gewerkschaftlichen Zielen verknüpft wird". Die beiden Journalistenverbände Impressum und Comedia hatten sich heftig gegen eine Aufnahme von Verlegern in die Trägerschaft des Presserats gewehrt. Laut dem Verband Schweizer Presse handelt es sich um eine "destruktive Trotzreaktion frustrierter Funktionäre". Als Konsequenz fordert der Verband seinerseits seine Mitglieder auf, ab sofort jede finanzielle Unterstützung des Presserats einzustellen.

Der Stiftungsrat des Presserates hatte vergangenen Dienstag einen Antrag auf Mitgliedschaft der Verleger im Presserat mit 6 zu 4 Stimmen abgelehnt. Der Antrag sah vor, entsprechende Verhandlungen mit dem Verband Schweizer Presse, mit der Presse Romande, der Associazione Ticinese dei Editori und mit der öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernseh- und Radiogesellschaft SRG aufzunehmen. Die Verleger wollen nun weiterhin in eigener Regie die Einhaltung medienethischer Grundsätze überprüfen. (APA)

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