R.E.M.-Mitglied Peter Buck kritisiert Irak-Politik und Schwarzenegger

14. September 2004, 20:22
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Anfang Oktober bringt die Band ihr neues Album "Around The Sun" heraus - zugleich Engagement in der Initiative "Vote For Change"

Wien - R.E.M. bringen am 4. Oktober ihr neues Album "Around The Sun" (Warner) in den Handel. Zugleich engagiert sich die Rockgruppe aus Athens (Georgia) für einen Wechsel an der US-Regierungsspitze. Die Musiker nehmen an der Vote For Change-Tour teil. "Wir machen da in erster Linie wegen des Irak-Krieges mit", so Peter Buck am Dienstag im Gespräch in Wien. "Dieser Krieg ist ein Verbrechen". Am 11. Februar 2005 gastiert die Band in der Wiener Stadthalle, der Kartenvorverkauf beginnt diesen Samstag (11.9.).

"Es ist traurig, was da passiert", meinte Buck zum Irak-Konflikt, "Kinder sterben... Ich weiß nicht, ob diese Regierung fähig ist, eine Lösung für den Irak zu finden." Auch für Arnold Schwarzenegger fand Buck kritische Worte: "Kalifornien bekam das, was es sich verdiente. Es kann offenbar jeder gewählt werden, der das entsprechende Image hat."

Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit

"Around The Sun" enthalte viele Reflexionen auf die aktuellen Geschehnisse in Amerika, so der R.E.M.-Gitarrist. "Final Straw" wurde "eine Woche nach Beginn der Bombardements im Irak geschrieben", berichtete der Musiker. "Aber wir bezeichnen in den Texten niemanden als böse oder zeigen mit dem Finger auf jemanden. Es geht vielmehr um die Beschreibung von Gefühlen und Gedanken über solche Ereignisse."

Über die neue Platte sagte Buck: "Sie fasst zusammen, wie wir heute sind. Sie spannt aber auch den Bogen zur Vergangenheit. Wir haben sehr viele Songs für dieses Album geschrieben und dann lange an der Auswahl und Reihenfolge gearbeitet. Ich denke, die Platte fließt sehr gut, sie wechselt sehr geschickt zwischen den einzelnen Stimmungen."

"Reveal" selbstkritisch gesehen

Eine endgültige Meinung über den Stellenwert von "Around The Sun" wollte Buck nicht abgeben. "Dazu sind die Lieder zu neu. Für mich ist es ein gutes Zeichen, wenn wir die alten Sachen noch immer gerne live spielen. Ich kann also erst etwa 2010 wirklich sagen, welche der Songs auf der CD mir gefallen." Die Kritik am Vorgänger-Album "Reveal" kann Buck durchaus verstehen. "Es war vermutlich nicht unsere beste Arbeit, obwohl ich einige Stücke darauf nicht übel finde. Wenn man so lange zusammen ist, muss man sich selbst motivieren und experimentieren. Das Ergebnis kann nicht immer jedem gefallen."

Verständnis zeigte Buck auch für jene Fans der ersten Stunde, die sich mittlerweile mit der Begründung von R.E.M. abgewendet haben, die Band sei zu groß geworden. "Es ist immer lustiger, etwas Neues zu entdecken. Ich mag diese Mega-Sachen auch nicht. Ich sehe mir keine Stadion-Shows an - außer U2, aber die lassen mich ja hinter der Bühne stehen."

Die Zukunft?

Über die Zukunft von R.E.M. mache er sich keine großen Gedanken, betonte Buck. "Es gibt keinen Masterplan. Wir machen vielleicht in 15 Jahren noch immer Platten, oder wir lösen uns möglicherweise nach der nächsten Tournee auf. Es gibt keine Garantien im Leben." (APA)

R.E.M. gastieren am 11. Februar 2005 in der Wiener Stadthalle

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