500 Jahre alt, wieder knackig, aber mit "schlechter Haltung"

13. September 2004, 17:53
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Die Stadt am Arno feiert "Geburtstag" von Michelangelos David, der laut Fitness-Experten sein Becken zu weit vorstreckt

London/Florenz - Michelangelos David, für viele der Inbegriff des perfekten männlichen Körpers, hat nach Angaben eines britischen Fitnessexperten in Wirklichkeit eine ganz schlechte Haltung. David belaste zu sehr seine rechte Hüfte und strecke sein Becken zu weit nach vorn, befand Alan Herdman, der vor 30 Jahren die Pilates-Methode ins Königreich brachte. Langfristig würde David bei derart falscher Belastung an Haltungsschäden leiden. Herdman verordnete der weltberühmten Statue Übungen zur Stärkung seiner Bauch- und Pomuskulatur sowie zur Dehnung seiner Sehnen.

Florenz feiert am Mittwoch (8.9.), den 500. Geburtstag des David. Der in Marmor verewigte biblische Held, der sich gerade anschickt Goliath mit dem Stein zu erschlagen, war am 8. September 1504 in der italienischen Renaissance-Hochburg vor dem Palazzo della Signoria aufgestellt worden.

Vasari damals über "David": Werk übertrifft alle antiken und modernen, griechische und römische Statuen

Der Schöpfer des Davids war damals 29 Jahre alt, drei Jahre lang hatte er an der 4,34 Meter hohen Skulptur gearbeitet. Das Werk wurde aus einem einzigen Marmorblock gehauen und zeigt David genau in dem Moment, in dem er den Stein an die Schulter hebt, um Goliath zu erschlagen. Die Statue gilt als eines der Glanzlichter der italienischen Hochrenaissance und lockt alljährlich Hunderttausende Besucher in die Galleria dell'Accademia. "Dieses Werk hat alle antiken und modernen, griechische und römische Statuen übertroffen", schrieb der Renaissance-Maler Giorgio Vasari (1511-1574) einige Jahre später.

Zahlreiche Veranstaltung zu Ehren der Statue sind am Mittwoch in Florenz geplant. Gefeiert wird der David im Rahmen eines Events im Palazzo Vecchio, an dem sich unter anderem der italienische Kulturminister Giuliano Urbani beteiligen wird. Am Abend ist um 21 Uhr in der Galerie der Akademie vor der Statue ein Konzert vorgesehen. Hinzu sind zahlreiche Ausstellungen und Seminare geplant, bei denen das kürzlich renovierte Meisterwerk im Vordergrund steht.

In neuem altem Glanz

Die Marmor-Statue ist seit 1882 in dem florentinischen Museum ausgestellt und wurde seit September 2002 zum ersten Mal einer gründlichen Säuberung unterzogen. Ursprünglich hätte die Restaurierung bis zum 31. März 2003 abgeschlossen sein sollen, sie wurde aber erst im vergangenen Frühjahr beendet. Das Werk wurde mit einer feuchten Reinigungsmethode gesäubert. Dabei kamen mit doppelt destilliertem Wasser getränkte Wattebäusche zum Einsatz, um den Staub und Schmutz von der Marmoroberfläche vorsichtig zu entfernen. (APA)

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