Xenotransplantation: Hürden der chronischen Abstoßung

7. September 2004, 12:59
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Folgende - noch immer hohe - immunologische Hürden muss die Xenotransplantation überwinden, um für den Menschen erfolgversprechend zu sein.

  • Hyperakute Abstoßungsreaktion (HAR): Jeder Mensch besitzt natürliche Antikörper gegen Galactose alpha- (1,3)-Galactose beta-1,4-N-Acetyl Glucosaminyl-Reste an der Oberfläche der Zellen von Schweinen. Erkennen die Antikörper solche Zellen, führt das zu einer sofortigen Aktivierung des Abwehrsystems. Die Folge ist die Zerstörung des artfremden Spenderorgans binnen Minuten bis Stunden durch Komplementfaktoren, Thrombosen etc. Genetisch veränderte Schweine ohne Gal-alpha-1,3-Gal könnten hier eine Chance auf einen Ausweg bieten.

  • Akute humorale Abstoßung (ANXR) oder verzögerte Xenograft Abstoßung (DXR): Diese Immunreaktion gegen ein artfremdes Spenderorgan kann binnen drei bis fünf Tagen zum Verlust der Funktion führen. Vor allem jene Zellen, welche die Blutgefäße des Spenderorgans auskleiden (Endothelzellen) sind das Ziel dieser Abwehrreaktion. Gesteuert werden dürfte das durch IgM-Antikörper. Experimentell wird versucht, solche Antikörper aus dem Blut des Organempfängers zu entfernen. Auch Blutgerinnungs-hemmende Medikamente könnten eine zusätzliche Hilfe darstellen.

  • Wie bei allen Transplantationen von "fremden" Spenderorganen sollte auch bei der Xenotransplantation langfristig die zelluläre oder chronische Abstoßungsreaktion überwunden werden. Daran sind vor allem T-Lymphozyten und so genannte Natural Killerzellen (NK) beteiligt. Hier wird verstärkt nach Möglichkeiten gesucht, durch Hemmung der beteiligten Zellen (T-Zellen, NKs) die Funktion des Spenderorgans auch langfristig zu gewährleisten. (APA)
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