Attentat auf Bordell in Kärnten weiter ungeklärt

9. September 2004, 11:31
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Waffe vermutlich aus Osteuropa - Sachschaden geringer als angenommen

Klagenfurt - Die Kriminalisten verfolgen nach dem Panzergranatenanschlag auf einen Nachtklub in Feldkirchen noch keine konkrete Spur. Als wahrscheinlich gilt ein Racheakt im Rotlichtmilieu. Anrainer, die den Knall wahrgenommen hatten, glaubten an einen Böllerschuss. Der Schaden, der am Haus angerichtet wurde, ist geringer als angenommen. Der Hausbesitzer bezifferte ihn mit 10.000 bis 15.000 Euro. Dies sei durch eine Versicherung gedeckt. Im Klub gibt es wieder normalen Betrieb. "Wir lassen uns sicher nicht aus der Ruhe bringen", hieß es.

Knapp vor 5.30 Uhr in der Früh schlug das Geschoß in der Bar "La Cocotte" in der Bezirksstadt ein. Der Sprengkopf durchschlug die Außenmauer und detonierte, nachdem er in einer Tür stecken geblieben war. Chefinspektor Johann Walker vom Bezirksgendarmeriekommando Feldkirchen erklärte, bei der Waffe handle es sich um ein militärisches Geschoss. Es dürfte aus Osteuropa stammen, Gewissheit über die Herkunft wird aber erst die Analyse des verwendeten Sprengstoffes bringen.

"Warnschuss"

Der Anschlag wurde um 7.00 Uhr von der Putzfrau bemerkt, die sofort die Gendarmerie verständigte. "Die Täter dürften das Geschoss von einem Hang in 50 Meter Entfernung abgefeuert haben", sagte Walker am Dienstag. Dass sich die Tat zu einer Zeit ereignete, in der sich niemand im Gebäude befunden hat, war laut Gendarmerie vermutlich beabsichtigt gewesen. Man geht von einem "Warnschuss" aus, den die Unbekannten abgeben wollten.

Bei den Tätern dürfte es sich um eine organisierte Bande handeln, die von den Behörden als "sehr gefährlich" eingestuft wird. Konkrete Hinweise auf ihre Identität gibt es noch nicht. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass es sich um einen Konflikt im Rotlichtmilieu handelt.

Das Etablissement gehört über die "La Cocotte" Gaststättenbetriebsgesellschaft einem Villacher, der in der Branche als "Nachtklubkönig" gilt. Er hat eine Prämie von 20.000 Euro für die Ergreifung der Täter ausgesetzt.(APA)

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