OPEC dürfte Ölpreisziel erhöhen

20. September 2004, 17:01
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Von 22 bis 28 auf 26 bis 34 Dollar - Ölpreise weltweit weiter rückläufig - Deutscher Finanzminister greift Preispolitik der Ölkonzerne an

Berlin - Die Organisation Erdöl exportierender Länder könnte bei ihrer nächsten Sitzung nächste Woche Mittwoch in Wien ihre Preispolitik grundlegend ändern. OPEC-Präsident Purnomo Yusgiantoro erklärte laut dem Fernsehsender CNBC am Dienstag beim Weltenergiekongress in Sydney, er erwarte eine Anhebung des Preisbandes für ein Fass (159 Liter) OPEC-Rohöl auf 26 bis 34 Dollar (21,5 Euro bis 28,2 Euro). Am Vortag hatten auch schon Saudiarabien und Venezuela eine Anhebung des Preisziels angedeutet.

Entspannung am Ölmarkt

Am Ölmarkt zeichnet sich unterdessen eine leichte Entspannung ab, das derzeit noch geltende Preisband der OPEC von 22 bis 28 Dollar wird aber immer noch bei weitem übertroffen. Tatsächlich ist der Ölpreis heuer durchgehend deutlich über 28 Dollar gelegen. Rein formal hätte die OPEC ihre Förderung deshalb deutlich ausweiten müssen. Da die Mitgliedsländer des Kartells aber ohnehin bereits an den Grenzen ihrer Kapazitäten produzieren, gilt die Vereinbarung derzeit nur noch auf dem Papier.

Montag lag der sieben Sorten umfassende OPEC-Korbpreis bei 38,66 Dollar je Fass, 0,46 Dollar unter dem Freitag-Wert, wie das OPEC-Sekretariat in Wien am Dienstag mitteilte. Erst vor zwei Wochen hatte OPEC-Öl ein historisches Rekordhoch von 43,16 Dollar je Fass erreicht. Auch der amerikanische Ölpreis hat nach dreitägiger Handelspause am Dienstag deutlich nachgegeben. US-Leichtöl (zur Lieferung im Oktober) gab bis 11.30 Uhr um mehr als einen Dollar auf 42,96 Dollar nach. In London ging der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent (ebenfalls Oktober-Kontrakt) um 17 Cent auf 40,45 Dollar zurück.

Eichel kritisiert Preispolitik

Deutschlands Finanzminister Hans Eichel (SPD) hat dennoch am Dienstag die Preispolitik der Ölkonzerne nach jüngsten Erhöhungen scharf kritisiert. Im internationalen Rahmen müsse darüber gesprochen werden, dass diese Preise spekulativ seien. Dies gelte auch für andere Rohstoffpreise, sagte Eichel laut dpa am Dienstag zur Einbringung des Etats 2005 im deutschen Bundestag. Dass eine Reihe von Unternehmen "Preistreiberei" betrieben, könne nicht hingenommen werden. (APA)

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