Computerviren können auch als Kunstobjekte punkten

27. September 2004, 14:08
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Ausstellung "I love you" geht in die USA und nach Dänemark

Der wachsenden Bedeutung des Software-Codes für Kultur und Gesellschaft geht eine Ausstellung nach, die 2002 in Frankfurt am Main entstanden ist und nun neu überarbeitet in den USA und anschließend in Dänemark gezeigt wird. Die Einladungen aus dem Ausland seien auch ein Beleg für den "hohen Bedarf an einer Debatte über den Einfluss der digitalen Kultur auf unseren Alltag", erklärte die Leiterin des Frankfurter Kulturbüros digitalcraft, Franziska Nori.

"reverse engineering"

Der dem gleichnamigen Computervirus entlehnte Ausstellungstitel "I love you" erhielt jetzt in eckigen Klammern die Ergänzung "rev.eng" - diese Abkürzung für "reverse engineering" ist eine Anspielung an eine grundlegende Hacker-Technik, bei der aus einer ausführbaren Programmdatei der Software-Code entschlüsselt wird. Gezeigt wird die Schau ab dieser Woche bis zum 4. Oktober am Watson-Institut für internationale Studien der University Brown in Rhode Island und dann vom 7. Oktober bis 14. November im Kommunikationsmuseum Kopenhagen.

Selbst Hand anlegen

Die Besucher können dort Beispiele "hochgradig virtuosen Programmierens" studieren oder auch selbst Hand anlegen und Rechner mit infizierten Dateien zum Absturz bringen. Die Schau will einen Bogen spannen von den "Verursachern ökonomischer Schäden zur Inspiration künstlerischen Schaffens".

Seit 2003)

Das zunächst als Abteilung des Frankfurter Museum für Angewandte Kunst geführte Projekt digitalcraft.org steht seit 2003 auf eigenen Füßen. Das nächste größere Ausstellungsvorhaben in Deutschland soll sich voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres Themen wie dem "gläsernen Menschen" und der Funketikettentechnik RFID widmen. (APA/AP)

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