Siemens-Betriebsrat verteidigt mögliche Übernahme

21. September 2004, 14:06
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Die Sorgen der VA Tech-Belegschaft sind für die deutschen Kollegen nicht nachvollziehbar

Wien - In der Debatte um eine mögliche feindliche Übernahme der VA Tech durch den Siemens-Konzern hat sich nun auch der Betriebsrat von Siemens zu Wort gemeldet. Während die VA Tech-Belegschaft mit Streik droht, spricht sich der Betriebsratschef von Siemens Österreich, Friedrich Hagl, für die Übernahme aus.

"Für Siemens wäre VA Tech in vielen Bereichen eine gewaltige Verstärkung", erklärte Hagl im "Ö1-Morgenjournal" und im "WirtschaftsBlatt". Nur einige Bereiche - vor allem die VA Tech-Hydro (Energieerzeugung) - würden sich mit bestehenden Siemens-Kapazitäten überlappen.

"Nicht Stil der Siemens AG Österreich"

Ängste des VA Tech-Betriebsrats über einen drohenden Verlust von "tausenden Arbeitsplätzen" kann Hagl nicht nachvollziehen. Man habe auch in der Vergangenheit bewiesen, "dass das nicht Stil der Siemens AG Österreich" sei. Die Simmering-Graz-Pauker (SGP), deren Werke in Wien und Graz Siemens 1993 übernommen hatte, sei heute voll integriert und "ein maßgeblicher Teil" von Siemens Österreich, so Hagl.

Und in Richtung Regierung meint der Siemens-Betriebsrat es sei "besser, ein österreichischer Konzern geht mit einem österreichischen Unternehmen zusammen, als er wird irgendwohin verkauft".

Aussagen von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), der sich zuletzt für die Beibehaltung des staatlichen Anteils an der VA Tech ausgesprochen hatte, kann Hagl nicht nachvollziehen. "Einmal heißt es, mehr privat, weniger Staat, jetzt auch wieder dieser Schwenk vom Bundeskanzler. Ich weiß nicht mehr, wer hier das Sagen haben", meint der Siemens-Betriebsrat. (APA)

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