LKW-Fahrer demoliert vermeintliches Einbrecherauto

8. September 2004, 12:01
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Deutscher will Heldentat verüben und schiebt Auto gegen einen Baum - 25 Jahre alter Besitzer unschuldig

Ohlsdorf – Das Auto am Straßenrand kam ihm verdächtig vor. Auf dem Autorücksitz blitzte eine Hacke: Das – so wähnte ein Zugfahrzeuglenker im oberösterreichischen Ohlsdorf – musste das Fahrzeug eines Einbrechers sein.

Dieser Vermutung ließ er eine Tat folgen. Mit dem Zugfahrzeug – den dazugehörigen Sattelaufleger hatte er auf einem Parkplatz an der Westautobahn abgestellt – fuhr der Deutsche auf den Nissan Micra los. Hinter dem Pkw stand ein Baum. Mit Wucht drückte der selbst ernannte Einbrecherjäger das Auto gegen den Stamm. Das Fahrzeug kippte um: Totalschaden.

Tags darauf meldete der 46 Jahre alte Kraftfahrer seine Tat bei der Gendarmerie in Gmunden. Wie er auf den Einbrecherverdacht gekommen war, konnte er nicht glaubhaft erklären. Nur, dass er stolz sei, einen Gesetzesbrecher dingfest gemacht zu haben, betonte er. Beim Nissan-Wrack trafen die Beamten den rechtmäßigen Nissan-Besitzer an: einen 25 Jahre alten Arbeiter aus Laakirchen, der die Hacke für private Gartenarbeiten gebraucht hatte.

Da der Lkw-Lenker auf die Gendarmen einen verwirrten Eindruck machte, wurde er dem Amtsarzt vorgeführt. Dieser ließ ihn ins Linzer Wagner- Jauregg-Krankenhaus einliefern. Wegen des angerichteten Schadens in einer Gesamthöhe von 6000 Euro wird sich der Mann vor Gericht verantworten müssen. (bri, Der Standard, Printausgabe, 08.09.2004)

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