Grasser: Keine ÖIAG-Aufstockung geplant

7. September 2004, 15:23
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"Privatisierung bleibt Linie der Bundesregierung" - Aber Signal gegen eine feindliche Übernahme

Wien - Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat am Dienstag vor dem Ministerrat betont, dass die Regierung nicht an eine Aufstockung der ÖIAG-Anteile an der VA Tech denke: "Eine Aufstockung kann nicht im Interesse der Bundesregierung sein. Das hieße ein Zurück zur Politik der Verstaatlichung", sagte Grasser vor dem Regierungstreffen.

Die Privatisierung bleibe Linie der österreichischen Bundesregierung, Voraussetzung seien allerdings die im Privatisierungsauftrag erwähnten Kriterien wie ein stabiler Kernaktionär oder die Erhaltung von Headquarter-Funktionen.

Geänderter Privatisierungsauftrag

Der Ministerrat wird heute einen geänderten Privatisierungsauftrag an die Staatsholding ÖIAG beschließen. Der genaue Wortlaut ist noch nicht bekannt. Es wird allgemein angenommen, dass die Regierung der ÖIAG erlauben wird, bei einer allfälligen Kapitalerhöhung der VA Tech mitzuziehen.

Signal gegen feindliche Übernahme

Es gehe der Regierung darum, in Richtung Siemens "ein Signal gegen eine feindliche Übernahme des oberösterreichischen Technologiekonzerns auszusenden", sagte Grasser.

Man habe ein solches Warnsignal bereits "bilateral" zu erkennen gegeben. Sowohl der Vorstand der VA Tech als auch die Mitarbeiter hätten klar zu erkennen gegeben, dass sie ein Angebot von Siemens und der Kovats-Gruppe als feindliche Übernahme ansehen würden.

Angesichts dieser Einigkeit in Österreich könne der VA Tech-Aktionär ÖIAG "viel bewirken, auch wenn er nicht 51 oder 25 Prozent hält", sagte Grasser. Siemens sei in Österreich ein Arbeitgeber und Forschungs-Partner von großer Wichtigkeit und habe daher auch eine "große Reputation zu verlieren", so der Finanzminister. (APA)

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