Anwalt: Zu streng zu Mördern

10. September 2004, 22:55
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Farid Rifaat verteidigt auch Vergewaltiger

"Ich bin ein Macho", behauptet Strafverteidiger Farid Rifaat. Darum wagt er sich über eine Äußerung, von der er weiß, wie unpopulär sie ist: "Die Vergewaltigung wird viel zu streng beurteilt", sagt er. Es gebe da eine eklatante "Opferhörigkeit", vor allem der weiblichen Richter. "Sie sprechen Angeklagte oft auch im Zweifel schuldig." Dabei stünde stets Aussage gegen Aussage, Zeugen gebe es ja meistens keine.

Ganz anders denkt der Rechtsanwalt über (sexuelle) Gewalt an Kindern. "Das ist unverzeihlich, nie wieder gut zu machen." Da könne ihm die Strafe "gar nicht hoch genug" sein. - Solche Täter würde er nicht verteidigen.

Das so genannte "reumütige Geständnis" stellt für ihn einen viel zu hoch bewerteten Milderungsgrund dar. "In den meisten Fällen liegen die Fakten ohnehin auf dem Tisch." Dafür fließe die Schadenswiedergutmachung - etwa beim Delikt "schwerer Betrug" - viel zu wenig strafmildernd ins Urteil ein.

Bei den Gewaltdelikten wird "Mord" (zehn bis 20 Jahre oder lebenslänglich) nach Rifaats Geschmack all zu streng bestraft. Immerhin bestehe in den meisten Fällen keine Wiederholungsgefahr. "Wenn ein Mörder 18 Jahre kriegt, dürften wir Verteidiger das schon als Erfolg feiern." (dag/DER STANDARD, Printausgabe 07.09.2004))

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    Anwalt Farid Rifaat will Vergewaltiger milder und Kinderschänder härter bestrafen.

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