Als Hermann Maier einmal pünktlich war

13. September 2004, 16:10
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Ortstermin: Skistar Maier und Sponsor Raiffeisen verlängern im Licht der Scheinwerfer ihre Zusammenarbeit. Dann schaut gar noch ein Überraschungsgast mit Geschenk vorbei

Wien - "Diesmal haben wir es g'scheiter angelegt." Diesmal hat Hermann Maier schon die Nacht in Wien verbracht, und so ist es ihm vielleicht kein Leichtes, aber doch ein Mögliches, um Punkt elf Uhr am Ende der Prater-Hauptallee einzutreffen. Kameras surren, Fotografen drängeln, Journalisten stehen Spalier, Maier bahnt sich den Weg zum Podium und nimmt Platz, ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel und Raiffeisen-Marketingchef Leodegar Pruschak nehmen auch.

Es gilt etliche Unterschriften unter einen Vertrag zu setzen, Raiffeisen und Maier (31) verlängern ihren Deal um drei Jahre, und der Andrang kann schon als Beweis dafür gelten, dass eine Presseaussendung nicht gereicht hätte. Pruschak hebt an und spricht über das Lusthaus, das früher die Bühne des eleganten Wien und der Treffpunkt des Pferderennsports gewesen sei. "Und jetzt ist das Lusthaus der Treffpunkt des Skirennsports." Doch sei, so Pruschak, die Location nicht zufällig gewählt, schließlich habe Raiffeisen, habe auch Maier "Lust auf mehr Erfolge".

Pruschak lobt Maier, der sei "volksnah, natürlich, einfach österreichisch", Pruschak lobt Raiffeisen, man habe "den höchsten Bekanntheitsgrad und Sympathiewert", Pruschak lobt die Abmachung mit dem Skistar, sie sei "die erfolgreichste Sponsorpartnerschaft aller Zeiten in Österreich". Der Vertrag hat sich kaum verändert, das Raiffeisen-Logo pickt auf Maiers Helm, Maiers Kappe, Maiers Stirnband und Maier Haube, Raiffeisen darf auf Plakaten, mit Inseraten und in Spots mit Maier werben, etliche Termine (Autogrammstunden etc.) kommen dazu. ÖSV-Präsident Schröcksnadel sitzt nicht umsonst auf dem Podium, sondern um zu verkünden, dass über die Dotation des Vertrags "nichts verlautbart" wird.

Maier bedankt sich. Raiffeisen habe zu ihm gehalten, "als es mir schlecht 'gangen ist". Nach seinen Erfolgen nach dem Comeback nach dem Motorradunfall habe er andere Angebote gehabt, sich aber "für die Konstanz und gegen das Risiko" entschieden. "Ohne den gelben Helm kennt mich keiner", sagt er. Im Sommer, das nur nebenbei, hat Maier "gut trainiert", nun sei die "Freude auf den Winter schon groß". Die Saison beginnt Ende Oktober in Sölden.

Dann wartet Pruschak noch mit einer Überraschung auf, die Überraschung hat kürzlich zweimal Olympiasilber gewonnen und heißt Markus Rogan. Maier schenkt der Überraschung einen gelben Helm, die Überraschung revanchiert sich mit gelben Schwimmflossen. Und den Worten: "Hermann Maier ist eine Ikone." (Fritz Neumann - DER STANDARD PRINTAUSGABE 7.9. 2004)

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    Maier will zumindest bis 2007 Ski fahren.

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