Vorstand will 5.000 Stellen streichen

19. September 2004, 19:19
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Unternehmensführung stellt Gewerkschaften Sanierungskonzept vor

Rom - Die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia will im Rahmen ihres Sanierungsplans 5.000 Stellen streichen, wie die Nachrichtenagentur ANSA am Montagabend unter Berufung auf Gewerkschaftskreise meldete. Vertreter des Unternehmens kamen in Rom mit den Gewerkschaften zusammen, um über die Rettung des Konzerns zu beraten. Eine Einigung auf den Sanierungsplan ist Voraussetzung dafür, dass die italienische Regierung und die EU-Kommission einem Übergangskredit von 400 Millionen Euro für das Unternehmen zustimmen.

Ohne dieses Geld kann Alitalia nach eigenen Angaben die Löhne und Gehälter nur noch bis Ende September zahlen. Einzelheiten zu den Plänen von Firmenchef Giancarlo Cimoli, der schon die italienische Bahn erfolgreich saniert hat, waren schon in den vergangenen Tagen bekannt geworden. Demnach könnten der Flugbetrieb und die Dienstleistungen am Boden in zwei Unternehmen getrennt werden. Aus dem Flugbetrieb würde sich der Staat soweit wie möglich zurückziehen. Derzeit hält der Staat 62 Prozent an Alitalia. Die Regierung hatte aber bereits angekündigt, ihre Beteiligung auf unter 50 Prozent verringern zu wollen.

Alitalia leidet unter dem zunehmenden Wettbewerb durch Billigflieger und wurde in diesem Frühjahr zusätzlich von einer Streikserie belastet. Das Unternehmen hatte in den vergangenen 16 Jahren nur vier Mal einen Jahresüberschuss erzielt. Allein 2003 belief sich das Minus auf 517 Millionen Euro. Die Schulden betrugen Ende Juni 1,6 Milliarden Euro. Bereits vor zwei Jahren hatte die Airline eine Milliardenspritze erhalten. (APA/AP)

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