Betriebsrat warnt vor "kalter Übernahme"

21. September 2004, 14:06
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"Tun alles, um die Arbeitsplätze zu sichern" - Forderung nach Änderung des Privatisierungsauftrags bekräftigt - ÖIAG soll bei Kapitalerhöhung mitziehen können

Wien - "Wir werden alles tun, um die Arbeitsplätze zu sichern", kündigte VA Tech-Betriebsratschef Anton Beneder heute, Montag, zur befürchteten Zerschlagung des größten österreichischen Technologiekonzerns bei einer Übernahme durch Siemens an. Ein Takeover durch Siemens wäre für ihn eine "kalte Übernahme und Marktverdrängung". Beneder sieht in diesem Fall "keine Ergänzung, sondern eine Überlagerung" beider Unternehmen, wie er im heutigen Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radios meinte.

"Mittel für Abwehr begrenzt"

Beneder räumte ein, dass die Mittel für die Abwehr einer feindlichen Übernahme begrenzt seien. Zunächst aber müsse der Privatisierungsauftrag der ÖIAG für die VA Tech abgeändert werden, wobei die VA Tech vom Privatisierungs- zum Beteiligungsportfolio der Staatsholding wechseln müsste. Zudem sollte die ÖIAG ermächtigt werden, bei der geplanten Kapitalerhöhung mitzuziehen, damit ihr 15 Prozent-Anteil nicht verwässert werde.

"In der morgigen Ministerratssitzung muss der ÖIAG-Privatisierungsauftrag (für die VA Tech) so verändert werden, dass zumindest ein Mitgehen für die ÖIAG möglich wird", forderte heute auch der Budgetsprecher der Grünen, Werner Kogler. Wenn die Regierung keine Änderung vornimmt, müssten alle Alarmglocken schrillen. Das ÖIAG-Management habe ausdrücklich betont, dass für ein Mitgehen eine Änderung des Privatisierungsauftrags notwendig sei. Der derzeitige Auftrag ziele nämlich auf eine vollständige Privatisierung der VA Tech ab.

Mitarbeiter-Beteiligung "noch nicht spruchreif"

Zur geplanten Mitarbeiterbeteiligung im VA Tech-Konzern sagte Beneder, das Grundmodell sei in großen Zügen bereits ausgearbeitet. Dass die Mitarbeiterbeteiligung, die der Belegschaft einen Anteil von 10 Prozent sichern soll, noch nicht spruchreif sei, liege unter anderem daran, dass im Gegensatz zur voestalpine zehn verschiedene Kollektivverträge zu berücksichtigen seien. (APA)

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