Entführer fordern Lösegeld für französische Geiseln

8. September 2004, 07:09
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Frankreich müsse zudem Bin Ladens Waffen­still­stands­angebot annehmen - Ultimatum von 48 Stunden

Paris - Die irakischen Entführer zweier französischer Journalisten haben offenbar ein Lösegeld in Höhe von fünf Millionen Dollar gefordert und Frankreich ein neuerliches Ultimatum von 48 Stunden gesetzt.

Das Geld müsse in diesem Zeitraum gezahlt werden, damit die Geiseln freikämen, hieß es am Montag in einer Erklärung, die von der radikalen Moslem-Gruppe "Islamische Armee im Irak" stammen soll. Zudem müssen zwei weitere Bedingungen erfüllt werden: Paris müsse einen von Osama bin Laden angebotenen Waffenstillstand annehmen und sich verpflichten, mit dem Irak keine militärischen oder Handelskontakte aufzunehmen. Die Echtheit der im Internet verbreiteten Erklärung war zunächst nicht zu überprüfen.

Die Gruppe "Irakische Armee" hatte zuvor Videos an den arabischen Fernsehsender Al Jazeera geschickt, die die zwei am 20. August entführten Franzosen zeigen. Ein früheres Ultimatum der Entführer war vergangene Woche verstrichen.

Mit diplomatischen Kontakten, Unterstützung durch arabische Staaten und Appellen auch von den Moslems in Frankreich bemüht sich Paris seit Tagen, die Freilassung der Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot sowie ihres syrischen Fahrers zu erreichen. Noch am Montagmorgen sprach die französische Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie von "seriösen Hinweisen", dass die Freilassung erreicht werden könne.

Es wird angenommen, dass Chesnot und Malbrunot wie ihr italienischer Kollege Enzo Baldoni in Latifiya südlich von Bagdad entführt wurden. Die beiden Franzosen waren am 20. August verschleppt worden. Am vorvergangenen Wochenende hatten sich ihre Entführer mit der Forderung gemeldet, das Kopftuchverbot an den französischen Schulen abzuschaffen. (APA)

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    Christian Chesnot und Georges Malbruno sind seit 20. August in der Gewaölt der Entführer.

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