Social-Networking kreiert neue Werbeform

14. September 2004, 12:50
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Fiktive Online-Freunde als Film- und TV-Kampagnen im Intern

Social-Networking Websites wie Friendster bieten sich als Plattformen für innovative Online-Werbung an. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, hat sich eine unkonventionelle Werbeform bei Social-Networking Websites vor allem für Kino- und TV-Kampagnen bewährt. In den Netzwerken für Online-Freundschaften werden Profile von fiktiven Personen erstellt, die als Werbung auf die Website eines Films oder einer TV-Serie verweisen. Die Profile stellen meist die Hauptfiguren der beworbenen Filme dar.

Erwartungen

"Wir erwarten, dass situationsbezogenes Marketing und unkonventionelle Werbung einen großen Anteil unserer Werbe- und Marketingumsätze ausmachen wird", meint Chris DeWolfe, Chef der Website MySpace.com. Social-Networking Seiten wie MySpace und Friendster verlangen von den Usern üblicherweise keine Gebühren und sind daher auf Online-Werbung angewiesen. Allerdings wollen viele Online-Werber nicht den traditionellen Weg des Werbebanners beschreiten.

Funkt

Das neue Konzept scheint zu funktionieren. So hat Stacy Holt bei Friendster laut WSJ über 1.000 Freunde, weit mehr als der durchschnittliche User. Stacy ist aber keine reale Person, obwohl ihr Profil dies mit Bild und Angaben zu Alter, Beruf und Hobbys vortäuscht. Sie ist die Hauptfigur im Kinofilm "Little Black Book" von Sony Pictures und wird von der Schauspielerin Brittany Murphy gespielt. Offenbar fügen zahlreiche User die Filmfiguren zu ihrer Liste von Freunden hinzu, um damit eine Lifestyle-Aussage über sich selbst zu machen. Das Format ist also für User eine Art der Selbstdarstellung und gleichzeitig eine Werbung über die der Konsument völlig frei verfügen kann.

"30 über Nacht"

Sony hat diese Art der Online-Kampagne auch schon beim Film "30 über Nacht" angewandt, der diese Woche auch hierzulande in die Kinos kommt. Offensichtlich war das Hollywood-Studio mit dem Ergebnis zufrieden. Für MySpace.com war Sony mit "30 über Nacht" der erste Kunde mit dieser Art der Kampagne. Inzwischen hat das in Los Angeles ansässige Unternehmen laut WSJ bereits 15 "Situational Advertisers", meist Werber für Filme oder TV-Serien. (pte)

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