Indisch-pakistanische Gespräche enden ohne konkretes Ergebnis

9. September 2004, 11:22
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Unterschiedliche Ansichten über Kaschmir deutlich - Waffenstillstand wurde verlängert - Singh: "Jeder kleine Fortschritt verdient Respekt"

Neu Delhi - Die höchstrangigen Gespräche zwischen Indien und Pakistan seit Beginn des Friedensprozesses sind am Montag ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Die Außenminister Natwar Singh (Indien) und Khursheed Mehmood Kasuri (Pakistan) betonten den Willen der beiden Atommächte, den Dialog fortzuführen. Nach dem Treffen in Neu Delhi wurden erneut die unterschiedlichen Ansichten zum zentralen Streitthema - der geteilten Region Kaschmir - deutlich.

Singh sagte, die Infiltration moslemischer Extremisten in den indischen Teil Kaschmirs dauere trotz pakistanischer Zusagen, sie zu unterbinden, an. "Der grenzüberschreitende Terrorismus bleibt eine ernste Sorge." Kasuri sagte, er habe seiner Sorge über Menschenrechtsverletzungen im indischen Teil Kaschmirs Ausdruck verliehen. Indien und Pakistan haben seit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir. Der Friedensgespräche wurden im Jänner auf den Weg gebracht.

Waffenstillstand in Kaschmir verlängert

Die Atommächte Indien und Pakistan haben sich auf eine Verlängerung ihres Waffenstillstands in der umstrittenen Grenzregion Kaschmir verständigt. "Der Waffenstillstand hält seit 25. November 2003 und beide Seiten sind gewillt, ihn weiter einzuhalten", sagte Indiens Außenminister Natwar Singh. Er kritisierte jedoch, es gebe an der Grenze weiterhin Kämpfe, um die sich Indien ernsthaft sorge. Islamische Aufständische in Kaschmir belasteten den Friedensprozess, sagte er.

Singh: "Jeder kleine Fortschritt verdient Respekt"

Der indische Minister sagte weiter, sein Land werde die Beziehungen mit dem Nachbarstaat "vertiefen und erweitern", um Frieden in Südasien zu schaffen. "Jeder kleine Fortschritt verdient Respekt", betonte er. Kasuri äußerte sich ähnlich: Mit dem nötigen politischen Willen könnten und sollten die Probleme der Länder gelöst werden. (APA/dpa)

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