Opel-Betriebsrat warnt vor Schließung des Werks in Rüsselsheim

19. September 2004, 19:11
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Klaus Franz: "Kampfbereitschaft der Betriebsräte nicht unterschätzten" - Vorzüge des Produktionsstandortes werden betont

Berlin - Vor einem "Gau für die Marke Opel" hat der Betriebsratsvorsitzende des Autobauers, Klaus Franz, gewarnt, sollte das Stammwerk in Rüsselsheim geschlossen werden. Zugleich betonte er in der "Welt am Sonntag", man solle die Kampfbereitschaft der Betriebsräte nicht unterschätzen. Opel-Mutterkonzern General Motors hatte vor Kurzem tiefe Einschnitte bei der Produktion der Saab- und Opel-Mittelklasse angekündigt.

Zusammenlegung geplant

Dabei soll die bisher zwischen dem Rüsselsheimer Werk und dem Saab-Werk im schwedischen Trollhättan bei Göteborg getrennte Produktion in einem Werk zusammengelegt werden. General Motors analysiert derzeit, welcher Standort den Zuschlag für die Produktion der nächsten Generation von Opel Vectra und Saab 9-3 bekommen soll. Eine Entscheidung soll im kommenden Jahr fallen. Eine Opel-Sprecherin hatte aber auch betont, der jeweilige andere Standort solle nicht einfach geschlossen werden, sondern könne sich um die Produktion von anderen Modellen bewerben.

Franz appellierte an das Management, die Vorzüge des Werkes in Rüsselsheim, wo 20.000 Menschen beschäftigt sind, zu beachten. Es sei das modernste Produktionswerk im GM-Konzern und biete deshalb hervorragende Standortvorteile. "Wir gehen deshalb ausgesprochen selbstbewusst in die Diskussion", wurde Franz zitiert. Der Rüsselsheimer Traditionsstandort war erst 2002 für 750 Mio. Euro modernisiert worden.

"Wettbewerb des Sozial-Dumpings"

Zugleich kritisierte Franz, mit dem Vorhaben werde ein neuer Nährboden im Streit zwischen Trollhättan und Rüsselsheim um den Bau der neuen Mittelklasse-Generation bereitet. Man werde sich durch die Diskussion "nicht in einen Wettbewerb des Sozial-Dumpings reinziehen lassen", kündigte der Arbeitnehmervertreter an.

Opel fährt seit Jahren rote Zahlen ein und dürfte Berichten zufolge aller Voraussicht nach auch dieses Jahr die Gewinnzone nicht erreichen. Die Unternehmensführung will deshalb die Kosten weiter senken. Sie verhandelt derzeit mit dem Betriebsrat unter anderem über eine Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche und Nullrunden. (APA/AP)

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