Staatstrauer in Russland

6. September 2004, 19:24
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Massenbeerdigungen in Beslan - 190 Personen gelten noch als vermisst - 100 Opfer noch nicht identifiziert - Fast 400 Geiseln noch in Krankenhäusern

Beslan/Moskau - Russland hat am Montag mit einer landesweiten Staatstrauer der Geiselopfer von Beslan gedacht. Auf dem neuen Friedhof der kleinen Stadt im Kaukasus begannen am Morgen die Massenbeerdigungen der Opfer des blutigen Geiseldramas vom Freitag. "Es gibt nicht eine Familie in Beslan, und leider auch in ganz Ossetien, die nicht einen Toten zu beklagen hat", sagte Bürgermeister Boris Urtajew.

Von den offiziell 335 Toten ist fast ein Drittel bisher nicht identifiziert worden. Jene 100 Leichen seien zum großen Teil bis zu Unkenntlichkeit entstellt, teilte der Einsatzstab mit. Nach Behördenangaben vom Vortag galten zuletzt noch 190 Personen in Beslan als vermisst.

Trauerfeier im Kreml

Im Moskauer Kreml kam Präsident Wladimir Putin mit der russischen Regierung zu einer Trauerfeier zusammen. "Mit der Seele und dem Herzen sind wir heute alle dort - in Nordossetien, in Beslan", sagte Putin.

Drei Tage nach der gewaltsamen Erstürmung des Schulgebäudes versorgten Ärzte in den Krankenhäusern der Teilrepublik Nordossetien noch immer 377 Verletzte. Die Hälfte von ihnen sind Kinder. Viele Ex-Geiseln waren in den vergangenen Tagen mit leichteren Verletzungen nach Hause entlassen worden. Insgesamt hielten die Terroristen nach offiziellen Angaben 1.180 Menschen in ihrer Gewalt. (APA/dpa)

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    Russland hat mit einer landesweiten Staatstrauer der Geiselopfer von Beslan gedacht

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    Jede Familie in Besland hat einen Toten zu beklagen.

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