Kritik an Behörden nach Tragödie in Beslan

6. September 2004, 19:25
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Angehörige zweifeln an offiziellen Angaben zu Geiselnehmern - "Leichen sahen nicht wie Araber aus"

Moskau - Nach dem Geiseldrama in Beslan haben Einwohner Zweifel an Angaben der russischen Behörden geäußert, wonach die Täter zum Teil aus arabischen und afrikanischen Staaten stammten. Mehrere der befreiten Geiseln erklärten, sie hätten die Terroristen für Tschetschenen gehalten.

Ein Anwohner sagte, die Leichen der von den Sicherheitskräften getöteten Geiselnehmer hätten nicht wie Araber ausgesehen. Aslanbek Aslachanow, ein Berater von Präsident Wladimir Putin, hatte zuvor erklärt, die Gruppe sei "vollkommen international" gewesen.

Nach Angaben des Chefs des Geheimdienstes FSB in Nordossetien, Waleri Andrejew, war einer der Angreifer schwarz. Die Nachrichtenagentur ITAR-Tass zitierte zudem einen nicht näher identifizierten hochrangigen Geheimdienstbeamten mit der Aussage, unter den Geiselnehmern seien ein Schwarzer und neun Araber gewesen, die vermutlich aus dem südlichen Teil der arabischen Halbinsel stammten.

Die russische Regierung stellt den Krieg in Tschetschenien seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA als Teil des Kampfs gegen den internationalen Terrorismus dar. (APA/AP)

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