Medikamententransport im Körper - Ritterschlag für Grazer Mediziner

12. September 2004, 18:59
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Im Oktober 2004 bezieht die Thiomatrix Forschungs- und Beratungs GmbH ihre Räumlichkeiten im Life Science Center in Innsbruck, das soeben von der Prisma Regional- und Standortentwicklung errichtet wurde. Chef des jungen Unternehmens ist der Kärntner Andreas Bernkop-Schnürch (39), Leiter der Abteilung Pharmazeutische Technologie am Institut für Pharmazie der Leopold-Franzens-Uni Innsbruck. Im Feld der Drug-Delivery forscht er nach optimalen Trägern für Transport und Abgabe von Medikamentenwirkstoffen im Körper. Bei Thiomatrix will er für die Weiterentwicklung der von ihm entdeckten Thiomer-Technologie als neues Arzneistoff-Trägersystem sorgen. Thiomere zeigen gegenüber anderen Wirkstofftransporteuren eine verbesserte Anhaftung an Schleimhäute wie z. B. im Dünndarm. Damit können sowohl Einnahmefrequenz als auch Einnahmemenge und damit natürlich auch die Nebenwirkungen von Medikamenten reduziert werden.

Der Grazer Arzt und Wissenschafter Gernot Peter Tilz wird "Ritter der Französischen Ehrenlegion". Tilz (63), Vorstand der Klinischen Immunologie in Graz und Leiter des Jean-Dausset-Laboratoriums, wird für seine medizinische Pionierarbeit geehrt. Zu seinen Leistungen zählen die erste Knochenmarksübertragung (1978) und die Einführung einer Gewebeverträglichkeitsprüfung als Voraussetzung für Transplantationen (1968). Der Mediziner entwickelte auch die Medikamente Antilymphocytic Globulin und Antihymocytic Globulin, die zur Verhinderung von Abstoßungen eingesetzt wurden. Sie waren Vorläufer des noch heute verwendeten monoklonalen Markers. Tilz absolvierte Studienaufenthalte in den USA, England und Frankreich. Er arbeitete am Pariser Blutforschungszentrum, am Pariser Hospital Saint Louis gelang ihm die Entdeckung eines neuen Antigens. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. 9. 2004)

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