Israel erweitert umstrittene Sperranlage

8. September 2004, 12:58
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Reaktion auf doppelten Selbstmord-Anschlag: Bau des südlichen Abschnitts beginnt

Hebron - Wenige Tage nach einem doppelten Selbstmord-Anschag mit 18 Toten im Süden Israels haben am Sonntag die Bauarbeiten des südlichen Abschnitts der Sperranlage zum Westjordanland begonnen. "Die Arbeit in dem Gebiet hat wie geplant begonnen", sagte eine Sprecherin des israelischen Verteidigungsministeriums. Mindestens zwei Bulldozer planierten das Gelände um die Ortschaft Beit Awwa. Aus der Nähe des betroffenen Gebietes stammten die beiden Selbstmord-Attentäter von der radikalen palästinensischen Organisation Hamas, die am Dienstag in der südisraelischen Stadt Beersheba 16 Menschen mit in den Tod gerissen hatten.

Die israelische Regierung hatte nach dem Doppelanschlag angekündigt, die Arbeit an der Sperranlage im Süden zu beschleunigen. Bis dahin hatten sich die Bauarbeiten auf den Norden konzentriert, was nach Auffassung der Regierung militante Palästinenser zwang, sich mit ihren Aktionen auf die südliche Region zu konzentrieren.

Die Sperranlage zum Westjordanland ist international umstritten, weil sie zum Teil kilometerweit in palästinensisches Gebiet hineinreicht. Israel verteidigt den Bau mit dem Schutz vor palästinensischen Attentätern. Der Internationale Gerichtshof hatte in einem Rechtsgutachten den Abriss bestimmter Teilabschnitte gefordert. Israel ignorierte das Urteil, das nicht bindend ist, änderte aber an einigen Stellen den Verlauf der Anlage. (APA)

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