Keine Entspannung auf den Ölmärkten

20. September 2004, 17:01
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Anleger zunehmend beunruhigt

Frankfurt - Die Lage auf den Ölmärkten wird sich nach Einschätzung von Experten angesichts anhaltend hoher Nachfrage kurzfristig nicht entspannen. Der Chefvolkswirt der Internationalen Energie Agentur (IEA), Fatih Birol, sagte der "Welt" (Montag-Ausgabe), dass die Produktion um fünf bis sieben Prozent gesteigert werden müsse, um den Markt zu stabilisieren. Viele Länder hätten Angst vor neuen Ölpreisschocks und bildeten deshalb Reserven.

Asien bunkert Öl

Vor allem in Asien werde derzeit viel Öl gebunkert. Das werde auch in 2005 zu einem Anstieg der Nachfrage um mehr als zwei Millionen Fass pro Tag führen. Die IEA rechnet zwar damit, dass sich die OPEC auf ihrem Treffen im September zu einer weiteren Erhöhung der Förderkapazitäten durchringen wird, das werde aber nicht reichen, um den Ölmärkten die Nervosität zu nehmen, sagte Birol weiter. "Die produzierenden Länder müssen so schnell wie möglich ihre Förderkapazitäten erhöhen," forderte der IEA-Experte. Wenn wie jetzt am Rande der Kapazitäten gefördert werde, seien die Märkte "hypernervös", wenn irgendwo auf der Welt Lieferausfälle drohten. Das heize die Spekulation an.

Vor allem Saudiarabien, die Vereinigten Emirate, der Iran und Kuwait seien kurzfristig in der Lage, in den Ausbau der Förderkapazitäten zu investieren und schnell mehr Öl zu fördern wenn sie wollten, erklärte der Experte.

Unterdessen berichtete das "Handelsblatt", der hohe Ölpreis beunruhige zunehmend die Anleger. Rund zwei Drittel der Investoren gingen laut einer Umfrage davon aus, dass steigende Ölpreise die Aktienmärkte in Zukunft weiter stark belasten werden. Nur 21 Prozent der Anleger seien daher derzeit bereit, in Aktien und Aktienfonds zu investieren. Dies zeige eine repräsentative Umfrage unter 500 deutschen Anlegern des Meinungsforschungsinstituts AMR im Auftrag der Privatbank HSBC Trinkaus & Burkhardt, berichtete das Blatt (Montag-Ausgabe). (APA/AP)

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