5.9.: Scharang will von Nenning "in Ruhe gelassen werden"

14. September 2004, 16:10
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"Hut ab" vor österreichischer Literatur, die sich nicht von Nenning herausgeben lässt

Wien - Nun wehrt sich auch der Autor Michael Scharang dagegen, von Günther Nenning zum kommenden Republik-Jubiläum 2005 in einen literarischen "Austrokoffer" aufgenommen zu werden. Die Ankündigung Nennings, in der "Krone der Kunst" eine Doppelseite über ihn zu schreiben und ihn darüber hinaus in den Koffer zu packen, habe ihn "vor Schreck erstarren lassen", zitiert Scharang am Sonntag in einem Schreiben an die APA seinen Brief an Nenning.

Wallfahrt nach Mariazell

"So viele Jahrzehnte lebten wir friedlich nebeneinander, keiner mischte sich in die Angelegenheiten des anderen ... Solltest Du diesen Frieden weiterhin nicht stören und mich in Ruhe lassen, verspreche ich, eine Wallfahrt nach Mariazell zu unternehmen ...", so Scharang weiter aus seinem Brief an Nenning. Da dieser auf sein Angebot nicht eingegangen sei, habe er in einem weitern Brief geschrieben: "Du willst diesem Ersuchen nicht stattgeben. Das war's. Alles andere regeln zum Glück nicht wir beide, sondern rechtsstaatliche Normen wie die von Dir genannte Pressefreiheit und das Copyright."

"Hut ab"

Den Reaktionen seiner Schriftsteller-Kollegen entnimmt Scharang, das es eine österreichische Literatur, die sich von Günther Nenning herausgeben lässt, offenbar nicht gebe. "Hut ab vor ihr", so Scharang. Gewöhnlich gebe es für Schriftsteller nichts schlimmeres, als nicht gedruckt zu werden. "Nun erlebt man, daß es doch Schlimmeres gibt: von Nenning herausgegeben zu werden", erklärte Scharang.

Der Autor übt aber gleichzeitig auch Kritik am Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren Gerhard Ruiss: "Wie dieser Kulturbetriebler sich schützend vor Schriftstellerinnen und Schriftsteller stellt, als wäre er ihr Vormund und als könnten sie nicht selbst für sich sprechen, ist für die Autoren, für die er berufsmäßig spricht, beleidigend und für den Zuschauer abstoßend." (APA)

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    Michael Scharang verspricht eine Wallfahrt nach Mariazell, sollte ihn Günther Nenning "in Ruhe lassen"

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