SPÖ: "Tausende Lehrer ohne Job"

15. September 2004, 12:28
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SP-Bundesgeschäftsführerin Bures kritisiert "radikale Kürzungen" der Regierung im Schulbereich

Wien - Kritik an der Bildungspolitik der Bundesregierung übte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures am Sonntag in einer Aussendung. "Tausende Lehrerinnen und Lehrer stehen im kommenden Schuljahr ohne einen Job auf der Straße, Kindern wird damit die notwendige Betreuung und Förderung verwehrt und so die Zukunft des Landes aufs Spiel gesetzt", so Bures.

Die Bildungspolitik der Regierung sei von "radikalen Kürzungen bei Lehrerstellen und Unterrichtsstunden" gekennzeichnet. Für das heurige Schuljahr zeichne sich bereits ab, dass auf die Besonderheiten der Kinder - auf sonderpädagogischen Förderbedarf, auf zusätzlichen Förderunterricht und sprachlichen Zusatzunterricht - nicht mehr eingegangen werden könne, da die notwendigen Lehrer fehlen würden.

"Gehrer grenzenlos zynisch"

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) warf Bures "grenzenlosen Zynismus" vor. "Die Schülerinnen und Schüler habe genau nichts davon, wenn die Ministerin ihnen heute einen guten Start wünscht, ohne für die notwendigen Rahmenbedingungen zu sorgen", so die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin, die zusätzliche Ganztagsschulplätze fordert. Damit hätte der Großteil der heute arbeitslosen Lehrer eine Stelle, eine optimale Betreuung der Kinder wäre gesichert, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wäre man einen Riesenschritt näher und die Frauenerwerbsquote würde beträchtlich erhöht.

Naturgemäß anders dagegen das Urteil der freiheitlichen Bildungssprecherin Mares Rossmann. Die Rahmenbedingungen für das kommende Schuljahr seien gesichert, es werde zu keiner Verunsicherung - weder für Lehrer noch für Schüler - kommen. In einer Aussendung sprach sie sich "gegen weitere Einsparungen im Bildungsbereich" aus und setzt bei den laufenden Budgetverhandlungen "auf den Weitblick des Finanzministers um unserer Jugend auch in Hinkunft eine bestmögliche Ausbildung zu sichern". (APA)

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