Stichwort: Saarland

6. September 2004, 19:04
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Mehrmaliger Wechsel von Frankreich zu Deutschland

Saarbrücken - Das deutsche Bundesland am Fluss Saar ist das kleinste Flächenland (im Gegensatz zu den Stadt-Bundesländern Berlin, Hamburg und Bremen; Anm.) Deutschlands und unter den westlichen Bundesländern auch das jüngste. In den vergangenen 200 Jahren wechselte das heute rund eine Million Einwohner zählende Saarland acht Mal seine nationale Zugehörigkeit zwischen Deutschland und Frankreich. Politisch zu Deutschland gehört nunmehr wieder seit 1957, nachdem Frankreich und die Bundesrepublik 1956 die Eingliederung vereinbart hatten. Doch erst 1959 erfolgte die wirtschaftliche Re-Integration aus dem französischen in den deutschen Wirtschaftsraum.

Neben dem Stadtverband Saarbrücken teilt sich das knapp 2.570 Quadratkilometer große Saarland in fünf Landkreise - Merzig-Wadern, St. Wendel, Saarlouis, Neunkirchen und Saarpfalz-Kreis - sowie 52 Städte und Gemeinden. Finanziell ist das früher von der Bergbau- und Stahlindustrie beherrschte Saarland seit Jahren von Bundeszuschüssen abhängig. Nach dem Auslaufen der Teilentschuldung des Bundes mit Milliarden-Subventionen steht die seit 1999 regierende CDU angesichts sinkender Steuereinnahmen noch immer vor einem Schuldenberg von mehr als sieben Milliarden Euro. Die Arbeitslosenquote betrug Ende Juli 9,3 Prozent.

Fünf-Prozent-Hürde

Der saarländische Landtag mit 51 Sitzen wird alle fünf Jahre nach dem Verhältniswahlrecht neu gewählt. Für Wählergruppen und Parteien gilt eine Hürde von mindestens fünf Prozent der Stimmen. Wahlberechtigt sind alle Deutschen ab dem 18. Lebensjahr, sofern sie mindestens seit dem Stichtag drei Monate vor der Wahl ihren Wohnsitz im Saarland haben.

Zur Landtagswahl am 5. September sind insgesamt zehn Parteien und Wählergruppen zugelassen. Neben CDU, SPD, FDP und Grünen sind das landesweit die rechtsextremistische NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands), die reformkommunistische PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus) sowie die Grauen Panther und die Familien-Partei Deutschlands. Nur im Wahlkreis Saarbrücken treten die Deutsche Partei (DP) und Demokratische Soziale Offensive (DSO) an. (APA/dpa)

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