Hisbollah weist UNO-Resolution zurück

6. September 2004, 08:39
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"Entwaffnung Forderung Israels" - Syrische Truppen sollen bleiben

Beirut - Die libanesische Hisbollah-Organisation lehnt eine von der UNO geforderte Entwaffnung ihrer Miliz strikt ab. Zugleich verteidigte Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah am Samstag die Präsenz syrischer Truppen im Libanon, die insbesondere von Washington und Paris scharf kritisiert wird. "Wir wollen keinen Abzug der syrischen Soldaten zu dieser Zeit", sagte Nasrallah in Beirut. Die Soldaten aus dem Nachbarland hätten bei der Stabilisierung des Libanon nach dem Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 geholfen.

Am Donnerstag hatte der UNO-Sicherheitsrat eine Resolution verabschiedet, die sich gegen eine zweite Amtszeit für den pro-syrischen Präsidenten Emile Lahoud ausspricht. In dem Text wird zudem der Abzug aller ausländischen Truppen sowie die Entwaffnung sämtlicher Milizen gefordert. Dennoch stimmten die Abgeordneten in Beirut am Freitag einer Verfassungsänderung zu, die Lahoud eine weitere Amtszeit ermöglicht.

Hisbollah-Chef Nasrallah sagte am Samstag, die UNO-Resolution sei eine Falle Israels. Durch die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz solle der Libanon geschwächt werden. "Die ganze Welt weiß, dass die Entwaffnung des Widerstandes eine israelische Forderung ist. Nun sind die israelischen Forderungen Teil einer UNO-Resolution geworden." Israel hielt den Südlibanon gegen den bewaffneten Widerstand der Hisbollah 18 Jahre lang besetzt und zog sich vor vier Jahren an die Grenze zurück. (APA/AP)

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