Steirer vermutlich an Tollwut erkrankt

5. September 2004, 21:23
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21-Jähriger in künstlichem Tiefschlaf - Zustand stabil - Infektion vermutlich durch einen Hundebiss in Marokko

Graz - Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei der Erkrankung eines 21 Jahre alten Steirers um Tollwut, das teilten die behandelnden Ärzte am Samstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Graz mit. Der junge Mann, der während eines Abenteuerurlaubs in Marokko von einem streunenden Welpen gebissen worden war, befindet sich auf der Intensivstation des Grazer LKH. Er wurde in künstlichen Tiefschlaf versetzt und wird beatmet. Sein Zustand sei stabil.

Der 21-jährige Steirer aus Judendorf-Straßengel hatte mit seiner Freundin Anfang August einen Abenteuerurlaub nach Marokko unternommen. Am Strand fanden die beiden einen Welpen. Nachdem das Pärchen mehrere Tage mit dem kleinen Hund gespielt hatten, soll das Tier plötzlich sein Verhalten geändert haben. Es biss sowohl den 21-Jährigen als auch seine 23-jährige Freundin. Die beiden versorgten ihre Wunden selbst.

Ende August erste Krankheitssymptome

Ende August traten dann bei dem jungen Mann die ersten Krankheitssymptome wie Müdigkeit, Verwirrung, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen auf. Am 1. September wurde er dann in das Spital der spanischen Exklave Ceuta aufgenommen. Anfangs vermuteten die Ärzte noch, dass der Steirer an einer Hirnhautentzündung erkrankt war. Als die Mediziner aber die Symptome der Tollwut erkannten, wurden dem 21-Jährigen und seiner Freundin sofort die Antikörper geimpft.

Nachdem sich der Zustand des Steirers einigermaßen stabilisiert hatte - er befand sich aber nach wie vor in Lebensgefahr -, wurde er Freitagnacht nach Graz überstellt. Die Kosten für den Flug mit dem Medical-Jet-Service wurde über Spenden sowie durch Beteiligung des Roten Kreuz und der Landesregierung getragen.

"Sehr dringender Verdacht auf Tollwut"

Es bestehe nach Angaben der behandelnden Ärzte ein "sehr dringender Verdacht", dass sich der 21-Jährige mit Tollwut infiziert habe. Das wäre der erste Fall in Österreich seit 1979. "Eine sehr ernste Krankheit an der eigentlich jeder stirbt, bei dem sie ausgebrochen ist", so ein Mediziner. Wenn die Diagnose verifiziert ist, könnten weitere Schritte unternommen werden. Man wolle aber keine Prognosen abgeben. Die Freundin des Burschen wurde inzwischen auf die normale Station verlegt. Sie bleibt aber noch unter Beobachtung. (APA)

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