"Die NHL war immer mein Traum"

13. September 2004, 16:11
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Österreichs großes Eishockey-Talent Thomas Vanek wechselt zu den Buffalo Sabres und ist damit der sechste heimische Spieler in der besten Liga der Welt

Minneapolis/Buffalo - Österreichs größtes Eishockey-Talent Thomas Vanek verlässt nach zwei Jahren die University of Minnesota und kehrt an die Stätte seines bisher größten Triumphs zurück. Der Stürmer einigte sich am Donnerstagabend mit dem NHL-Klub Buffalo Sabres auf einen Dreijahresvertrag, der ihn zu einem der bestverdienenden österreichischen Sportler macht. Der 20-jährige Steirer wird knapp unter dem Gehalts-Maximum für einen Rookie (1,24 Mio. Dollar pro Jahr) verdienen. "Die NHL war immer mein Traum", freute sich Vanek.

Langsame Annäherung

Am 12. April des Vorjahres führte Vanek in der HSBC-Arena von Buffalo die Golden Gophers zum College-Titel. Der Flügel, der in der gesamten Saison auf 31 Tore und 31 Assists kam, erzielte das Siegestor, wurde als bester Spieler des Turniers geehrt und von den Sabres als erster Österreicher in der ersten Runde des NHL-Drafts als Nummer fünf gewählt. Dennoch entschied er sich für ein weiteres Jahr an der Universität von Minneapolis. Nach einer weiteren guten Saison (26 Tore und 25 Assists) und einer starken WM (Österreichs Top-Scorer mit zwei Toren und fünf Assists) macht er die HSBC-Arena nun aber zu seiner neuen Heimat.

Die ersten zwei Angebote der Sabres lehnte er noch ab, am Donnerstag sagte er zu. "Ich habe immer gesagt, wenn das Maximum kommt, sage ich zu. Der Abschied wird schwer, weil ich alle Freunde in Minnesota habe, ich hatte da die besten zwei Jahre meines Lebens. Aber ich möchte mich weiter entwickeln, das habe ich machen müssen", erklärte Vanek, der am Donnerstag nach Buffalo fliegen wird, um den Vertrag zu unterschreiben.

Pünktlicher Saisonstart unwahrscheinlich

Vanek wird zunächst aber wohl mit dem Farmteam Rochester Americans Bekanntschaft machen. Denn ein pünktlicher Start der NHL-Saison am 13. Oktober scheint unwahrscheinlich, eine Verschiebung unvermeidlich, weil sich die Liga und die Spielergewerkschaft NHLPA noch nicht auf einen neuen Rahmen-Kollektivvertrag (collective bargaining agreement) einigen konnten. Der aktuelle läuft am 15. September nach zehn Jahren aus, in den Verhandlungen sind sich beide Seiten kaum näher gekommen. 1994 dauerte der Tarifstreik ("Lockout") 103 Tage.

Die Liga will ein Kostensenkungs-Programm mit dem zentralen Punkt einer Gehalts-Obergrenze (salary cap), den die Spielervereinigung aber ablehnt. Die Liga-Vertreter argumentieren mit ernüchternden Zahlen: Laut einer Studie schreiben 19 von 30 Klubs Verluste, 75 Prozent der Einnahmen werden für Spieler-Gehälter ausgegeben.

Vanek, der mit 14 nach Amerika ging und über die Stationen Lacoka Wolves (76 Tore und 36 Assists in 40 Spielen), Sioux Falls Stampede (drei Jahre, 80 Tore, 73 Assists in 105 Spielen) und den "Golden Gophers" der University of Minnesota (zwei Jahre, 57 Tore und 56 Assists in 83 Spielen) nach Buffalo kommt, stockt das Kontingent der Österreicher mit einem NHL-Vertrag auf sechs auf: Torhüter Reinhard Divis ist bei den St. Louis Blues, Verteidiger Thomas Pöck bei den New York Rangers, Stürmer Christoph Brandner bei den Minnesota Wild, Andre Lakos (Verteidiger) und Matthias Trattnig (Stürmer) bei den Columbus Blue Jackets. (APA)

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    Thomas Vanek trifft in der NHL fünf Landsleute.

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