Bereits 14 angebliche Opfer Kaplan Paternos

5. September 2004, 22:28
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Polizei sucht nach weiterem Geistlichen

Bregenz/Wien – Die Missbrauchsvorwürfe gegen Kaplan August Paterno verdichten sich. Nachdem der Selbsthilfeverein "Omnibus" Jahre zurückliegende sexuelle Übergriffe gegen männliche Jugendliche öffentlich gemacht hat, meldeten sich weitere angebliche Opfer. Vereinsobmann Michael Chmela spricht mittlerweile von 14.Parallel zur kirchlichen Voruntersuchung ermittelt auch die Kriminalpolizei. Sicherheitsdirektor Elmar Marent bestätigte weiters, dass auch ein zweiter Geistlicher verdächtigt wird. "Hier tappen wir aber völlig im Dunkeln, wir kennen noch nicht einmal seinen Namen", sagte er am Freitag zum Standard. Der kirchliche Ermittler Benno Elbs schweigt dazu.

Am Bischofssitz wird derweil an Verschwörungstheorien gebastelt. St.-Pölten-Visitator Klaus Küng: "Ich will ja dem Herrn Chmela nicht unterstellen, dass er mit Menschen Kontakt hat, die andere Absichten haben." Er habe aber "Hinweise, dass die Armseligkeit eines Menschen benützt wird, um andere Ziele zu verfolgen." Chmela dazu: "Mich interessieren kirchliche Streitigkeiten nicht."

Auch in St. Pölten gibt es eine neue Entwicklung. Gegen Bischof Kurt Krenn ist eine Anzeige wegen Verdachts der Nötigung erstattet worden. Der Anzeiger gab an, er sei sowohl von Krenn als auch von Exregens Ulrich Küchl und Exsubregens Wolfgang Rothe unter "moralischen Druck" gesetzt worden, weil er zu den homosexuellen "Aktivitäten" im Priesterseminar Stellung nehmen wollte. Dazu Staatsanwalt Walter Nemec: "Es gibt im Moment keinerlei Verdachtsmomente." Nun werde der Anzeiger selbst einvernommen. "Das wird etwa Mitte September geschehen", schätzt Nemec. (pm, jub, Der Standard, Printausgabe, 04.09.2004)

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