Kauziger Jagd-Trick: Beute mit Kot angelockt

4. September 2004, 19:30
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Der Kaninchenkauz weiß, wie er an seine Lieblingskäfer herankommt

London - Bestimmte Eulen ködern ihre Lieblingsbeute mit Fallen aus Mist. Der Kaninchenkauz (Athene cunicularia) legt Dung von Säugetieren um sein Erdnest und wartet dann bewegungslos, bis Kotkäfer in seine Fallen tappen. Anschließend muss er die Delikatessen nur noch daraus herauspicken. Das berichten US-Forscher im britischen Wissenschaftsmagazin "Nature". Die zwei Zentimeter langen Kotkäfer (Phanaeus igneus) zählen zu den Leibspeisen der Kaninchenkauze.

Versuchsweise ließen die Forscher um Douglas Levey vom Zoologischen Institut der Universität Florida in Gainesville die Kauze auch in einer Dung-losen Umgebung leben. In Nestnähe dieser Tiere fanden die Zoologen Überreste von zehn Mal weniger Kotkäfern als gewöhnlich. Außerdem war der Speiseplan mit sechs Mal weniger Käferarten deutlich eintöniger als bei Eulen, die Dung sammelten. Sobald die Forscher den Tieren wieder Rindermist gaben, drapierten die Tiere diesen um ihr Nest herum.

Die Art der Nahrungs-Beschaffung sei eine simple Nutzung von Hilfsmitteln bei wild lebenden Vögeln, schreiben die Forscher. Ähnliches sei von Reihern bekannt, die Fische mit schwimmenden Objekten gezielt an die Wasseroberfläche locken.(APA/dpa)

Vgl. "Nature", (Bd. 431, S. 39)

Fotos:
Athene cunicularia

Phanaeus igneus
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