Gutes Geschäft für Übernehmer

21. September 2004, 14:07
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Finanzminister verlöre Steuereinnahmen - Sorge um Vertraulichkeit

Wien - "Ohne ÖIAG geht bei der VA Tech sowieso gar nichts", glaubt Walter Rothensteiner, als RZB-Chef einer der großen Kreditgeber der VA Tech. "Wir haben Obligi in sehr hohem Ausmaß, die aber alle projektbezogen sind. Diese wird es auch in Zukunft noch geben, egal, wem die VA Tech gehört."

Da auch die Kreditlinien offen bleiben, sollte klar sein, dass das Geschäft der VA Tech weitergeht - auch unter neuen Eigentümern.

Verlustvorträge könnten genutzt werden

Für die Siemens wäre der Anlagenbaukonzern jedenfalls ein gutes Geschäft, weist dieser doch Verlustvorträge in Höhe von rund 600 Millionen Euro aus, die Siemens nützen könnte. Sie stammen zum Großteil aus Zukäufen in der Vergangenheit, als die Energiesparte extrem vergrößert wurde. Getätigt wurden sie seinerzeit übrigens unter der Ägide des jetzigen stellvertretenden Siemens-Vorstandsmitglieds Georg Antesberger.

Kommt es tatsächlich zu einer Übernahme, würden diese Verlustvorträge den Finanzminister freilich um Steuereinnahmen bringen, denn die Übernehmer können sie in Abzug bringen.

Kopfzerbrechen macht Rechtsexperten weiters, ob VA-Tech-Aufsichtsratsmitglied Mirko Kovats seine Verschwiegenheitspflicht wohl ernst genug nimmt, wenn er sich mit seinen Partnern in der Victory Industriebeteiligung berät. Paragraf 99 Aktiengesetz verbietet nämlich die Weitergabe vertraulicher Firmeninformationen (Insiderwissen). (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.9.2004)

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