Selbstmordattentat an Grenzübergang verhindert

5. September 2004, 17:09
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Soldaten eröffneten Feuer auf 19-jährigen Hamas-Kämpfer: Sprengstoffgürtel detoniert

Gaza - Im Gazastreifen ist am Freitag ein Palästinenser durch die Explosion eines Sprengsatzes getötet worden, den er selbst bei sich trug. Die Detonation ereignete sich nahe dem Grenzübergang Karni, nachdem israelische Soldaten auf den Mann geschossen hatten, wie palästinensische Augenzeugen mitteilten. Nach Angaben eines Armeesprechers schossen die Soldaten auf zwei Verdächtige, die in eine gesperrte Zone vorgedrungen waren und sich dem Grenzzaun zwischen dem Gazastreifen und Israel näherten.

Die Terrororganisation Hamas erklärte, der Getötete sei eines ihrer Mitglieder. Der 19-Jährige hatte laut Hamas sowie nach Angaben des Militärsprechers vor, einen Anschlag zu verüben.

In Rafah im südlichen Gazastreifen wurde ein 17-jähriger Palästinenser von Soldaten erschossen, wie palästinensische Ärzte mitteilten. Laut Militärangaben hatten die Soldaten mehrere Männer ausgemacht, die einen schweren Gegenstand in Richtung des Sperrgebiets an der Grenze trugen und darauf das Feuer eröffnet

Nach zwei Tagen Sperrung öffnete Israel den Grenzübergang Rafah zu Ägypten am Freitag wieder für den Gütertransport. 50 Lastwagen und zehn weitere Fahrzeuge überquerten den Grenzübergang, wie die ägyptische Nachrichtenagentur Mena meldete. Als Reaktion auf den doppelten Selbstmordanschlag von Beersheba vom Dienstag war der Terminal am darauffolgenden Tag für den Warenverkehr und für palästinensischen Personenverkehr gesperrt worden.

Aus Protest gegen die beinahe täglichen US-Luftangriffe gingen im Anschluss an die Freitagsgebete mehrere hundert Gläubige in Falluja auf die Straßen. Die Demonstranten zogen von der El-Forhan-Moschee und anderen Gotteshäusern Richtung Zentrum. Sie riefen Parolen wie "Die Luftangriffe sind feige Aktionen, kommt herunter und kämpft am Boden gegen uns" oder "Ja zum Islam, nein zur Kapitulation".

Der Imam der El-Forhan-Moschee, Scheich Abdel Hamid Jaduch, warf der irakischen Übergangsregierung vor, ihre Versprechen nach Entschädigungen nicht einzuhalten: "Alle eure Entscheidungen sind unmenschlich." Seit dem Ende der US-geführten Besatzungszeit Ende Juni erfolgten alle Luftangriffe mit ausdrücklicher Billigung der Übergangsregierung. (APA)

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