Die Kinder - von RAU

3. September 2004, 17:27
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Wie eine zentnerschwere Last legen sich die Bilder von den weinenden, blutenden, verstörten Kindern auf die Brust. Die Bilder von den toten Kindern in der Schule werden wir wohl nicht zu sehen bekommen.

Es gibt sie nicht nur im Nordkaukasus. Der Terrorismus, aber auch der "Krieg gegen den Terror" wird zu oft über den zerfetzten Leibern von Kindern ausgetragen.

Der palästinensische Selbstmordattentäter, der einen israelischen Schulbus besteigt; die "Befreiungskämpfer", die Raketen in israelische Kindergärten schießen; die Al-Kaida-Fanatiker, die Bomben in Vorortezügen oder in Urlaubsorten legen – sie töten ganz bewusst Kinder, weil das "ja einmal Soldaten des Feindes werden".

Das ist eine Monstrosität. Aber auch der "Krieg gegen den Terror" nimmt tote Kinder in Kauf. Eine US-Bombe in ein Wohngebiet in Falluja: tote Kinder. Ein israelischer Hubschrauberangriff auf einen Hamas-Führer in Gaza: tote Kinder.

Das ist etwas anderes als der "Anti-Terror-Krieg" in Tschetschenien und etwas sehr viel anderes als Terrorist(inn)en, die auf fliehende Kinder schießen. Aber alles zusammen ist unerträglich und schreit nach einem anderen Denken in der Konfrontation mit dem Terrorismus. (DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.9.2004)

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