Schwarzenegger wehrt sich gegen Vorwürfe

8. September 2004, 13:29
310 Postings

Wegen Österreich-Aussagen bei Republikaner-Konvent - "Staat hat Menschen kontrolliert" - Strasser: "Lernen Sie Geschichte"

Wien - Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat Kritik aus Österreich an seinen Aussagen über seine frühere Heimat zurückgewiesen. Es ärgere ihn, "wenn ich in Österreich ständig falsch interpretiert werde", erklärte Schwarzenegger in einem Interview mit der "Kronen Zeitung" (Sonntagsausgabe). Der frühere Bodybuilder und Action-Star hatte Dienstag Abend beim Parteitag der US-Republikaner in New York gesagt, er habe als Kind noch sowjetische Panzer gesehen, nach dem Abzug der Sowjets sei Österreich "ein sozialistisches Land" geworden.

"Absoluter Blödsinn"

Zum Vorwurf, er betreibe Österreich-Vernaderung und verfüge über mangelhaftes Geschichtswissen meinte Schwarzenegger: "Das ist absoluter Blödsinn. Ich habe nie gesagt, dass ich russischen Besatzern in der Steiermark begegnet bin. Ich kann mich noch genau daran erinnern: Wir sind im VW-Käfer meines Onkels über den Semmering in die russische Besatzungszone gefahren. Da habe ich als kleiner Bub die sowjetischen Panzer gesehen."

Und mit "sozialistisch" habe er keine Partei und auch keine politische Ideologie gemeint, sondern "jenes System, mit dem Österreich stets regiert wurde". Der Staat, so Schwarzenegger, habe auch damals die Menschen kontrolliert. "Radio, Fernsehen, Telefon, das Transportwesen, einen Teil der Industrie - alles staatlich. Die besten Jobs hat der Staat vergeben." Ihm habe der freie Markt gefehlt und die Möglichkeit, sich als eigenständige Persönlichkeit zu entfalten.

"Deshalb bin ich nach Amerika gegangen. Nicht, weil ich Österreich hasse. Das Gegenteil ist der Fall. Ich liebe dieses Land, und ich liebe die Österreicher - ich bin ja noch immer einer von euch. Österreich hat mir damals aber nicht die Möglichkeiten geboten, die ich gesucht habe", betonte der kalifornische Gouverneur.

Strasser: "Lernen Sie Geschichte"

Innenminister Ernst Strasser hatte am Donnerstag in New York zu den jüngsten Irritationen um die Äußerung des kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger, er, Schwarzenegger habe 1968 "ein sozialistisches Land" verlassen, Stellung genommen. An Schwarzeneggers Ansage sei "etwas dran", meinte Strasser, weil sich die derzeitige Regierung mit Problemen herumschlagen müsse, die in der zweiten Hälfte der 70er eingebrockt worden seien. Auf den Hinweis, dass aber 1968 eine ÖVP-Alleinregierung am Ruder war, antwortete Strasser etwas kryptisch mit Kreiskys legendärem Ratschlag "Lernen Sie doch Geschichte". Wie er dies genau meinte, war Strasser nicht zu entlocken. (APA/Red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Arnold Schwarzenegger wehrt sich weftig gegen die Attacken auf sein angeblich fehlerhaftes Geschichtsbewußtsein: "Absoluter Blödsinn"

Share if you care.