Vöcklabruck: Brandattentat nach letzter Aussprache

5. September 2004, 21:30
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Weil er die Trennung nicht verkraftet hatte, drang ein 22-Jähriger ins Haus seiner Exfreundin, in dem auch die gemeinsamen Kinder leben, ein und legte Feuer

Linz - "Er wollte offenbar sichergehen, dass keiner mehr hinauskommt", schildert Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Alois Lißl die Vorgehensweise eines 22-jährigen Monteurs. Der junge Mann soll Freitagmorgen versucht haben, das Haus in dem seine Exfreundin, die beiden gemeinsamen Kinder sowie die Familie der Frau lebten, abzubrennen - zuvor hatte er noch die Fluchtwege versperrt.

Gegen vier Uhr soll der Verdächtige in das Wohnhaus in Schwanenstadt (Bez. Vöcklabruck) eingedrungen sein. "Offenbar hat er an der Rückseite mit einem Bolzenschneider ein Gitter durchtrennt und einen Glasschneider benutzt, um ein Fenster öffnen zu können", beschreibt Lißl. Im Inneren habe er dann die Eingangstüre abgeschlossen und die Si 2. Spalte cherheitskette vorgelegt, ehe er Benzin aus einem mitgebrachten Kanister verschüttete und anzündete.

Die 21 Jahre alte Exfreundin des Mannes, die mit ihrem dreijährigen Sohn und der einjährigen Tochter in einem Zimmer schlief, konnte nicht mehr flüchten. Gerettet wurden die drei vom Vater der Frau durch ein Fenster.

Die 21-Jährige wurde bei dem Anschlag schwer verletzt, der mutmaßliche Täter lebensgefährlich. Ein Rettungshubschrauber flog den Mann in ein Münchner Spital, seine Überlebenschancen dürften aber schlecht sein.

Hintergrund des Mordversuchs sind Beziehungsprobleme, mutmaßt Lißl. Wirklich erkennbar seien sie aber nicht gewesen. Das Paar habe immer nur eine Wochenendbeziehung unterhalten, seit einem halben Jahr sei der Mann nur noch selten gekommen. Am Nachmittag vor der Tat trafen die beiden auf einem Spielplatz zu einer letzten Aussprache zusammen, die ruhig verlaufen sein soll. Klären müssen die Ermittler nun, wann sich der junge Mann das Benzin besorgt hat.

Erfolglose Flucht

Bereits Mittwochnachmittag erlebte eine 26-Jährige in Gaflenz (Bez. Steyr-Land) einen Albtraum. Die Frau war von einem Bekannten in dessen Wohnung eingeladen worden. Bei dem Treffen offenbarte ihr der Mann, in sie verliebt zu sein. Als die Frau kein Interesse zeigte, rastete der 23- Jährige aus. Die Frau konnte nach einem Vergewaltigungsversuch zwar flüchten, der Mann holte sie allerdings in seinem Auto ein und brachte sie zurück in die Wohnung. Dort schlug und misshandelte er sie weiter. Nach etwa einer Stunde konnte sie neuerlich flüchten, via Handy alarmierte sie ihren Chef, der sie zur Gendarmerie brachte. Der 23-Jährige ist in U-Haft. (Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.9.2004)

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