Falluja: US-Soldaten töten mindestens zwei Zivilisten

4. September 2004, 12:28
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Furcht vor Ausschreitungen in Najaf und Kufa - Polizei gibt Warnschüsse ab - Zufahrten abgeriegelt

Falluja/Najaf - Bei einem erneuten Angriff in der irakischen Widerstandshochburg Falluja hat die US-Armee am Freitag mindestens zwei Zivilisten getötet und sechs weitere verletzt. US-Soldaten hätten im südöstlichen Viertel Schuhada aus Artilleriegeschützen das Feuer eröffnet, sagte ein Arzt des Krankenhauses von Falluja. Erst am Vortag waren bei einem US-Luftangriff auf ein Wohngebiet der Stadt mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Das 65 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Falludscha gilt als eines der Zentren des sunnitischen Widerstands gegen die USA und deren Verbündete im Irak.

Proteste nach dem Freitagsgebet

Aus Protest gegen die beinahe täglichen US-Luftangriffe gingen im Anschluss an die Freitagsgebete mehrere hundert Gläubige in Falluja auf die Straßen. Die Demonstranten zogen von der El-Forhan-Moschee und anderen Gotteshäusern Richtung Zentrum. Sie riefen Parolen wie "Die Luftangriffe sind feige Aktionen, kommt herunter und kämpft am Boden gegen uns" oder "Ja zum Islam, nein zur Kapitulation".

Der Imam der El-Forhan-Moschee, Scheich Abdel Hamid Jaduch, warf der irakischen Übergangsregierung vor, ihre Versprechen nach Entschädigungen nicht einzuhalten: "Alle eure Entscheidungen sind unmenschlich." Seit dem Ende der US-geführten Besatzungszeit Ende Juni erfolgten alle Luftangriffe mit ausdrücklicher Billigung der Übergangsregierung.

Zugänge zu Najaf und Kufa abgeriegelt

Aus Furcht vor Ausschreitungen nach dem Freitagsgebet haben die irakischen Behörden die Zugänge zu den Städten Najaf und Kufa gesperrt. Polizisten riegelten die Straßen ab und gaben Warnschüsse ab. Auch vor der Moschee von Kufa hätten Sicherheitskräfte Stellung bezogen, sagte ein Polizist. Daraufhin versammelten sich etwa 500 Anhänger des radikalen Schiitenführers Moktada al-Sadr vor dem Gotteshaus, um die Predigt zu hören.

In Najaf demonstrierten 300 Menschen in der Nähe des Imam-Ali-Mausoleums gegen Sadr, wo sich dessen Milizen im August schwere Kämpfe mit der US-Armee geliefert hatten. (APA)

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