Berlusconi will Privatisierung der RAI im nächsten Jahr

13. September 2004, 13:40
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In der ersten Phase sollen fünf bis zehn Prozent der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt verkauft werden

Die Regierung von Silvio Berlusconi will Italiens öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI im kommenden Jahr privatisieren. Dies betonte am Freitag der italienische Telekommunikationsminister Maurizio Gasparri nach Angaben italienischer Medien. Gasparri gab der Fusion zwischen den Hauptgesellschaften der TV-Anstalt, RAI Holding und RAI Spa, grünes Licht, was der erste Schritt in Richtung Privatisierung sei. Diese könnte bereits im kommenden Frühjahr erfolgen, meinte Gasparri.

In einer ersten Phase solle ein Anteil von fünf bis zehn Prozent verkauft werden. Gasparri forderte die italienischen Verleger auf, im Digitalbereich und vor allem in jene Kanäle zu investieren, die RAI den Privatinvestoren öffnen werde.

Privataktionäre haben gut getan

"Ich hoffe, dass Minderheitsaktionäre bei der RAI einsteigen werden, wie es bereits bei der Erdölgesellschaft ENI und dem Stromkonzern Enel in den vergangenen Jahren der Fall gewesen war. Privataktionäre haben diesen beiden Gesellschaften gut getan, auch wenn diese mehrheitlich im staatlichen Besitz geblieben sind", meinte Gasparri.

Im italienischen Fernsehbereich besteht zur Zeit ein Duopol aus der RAI und der Mediengesellschaft Mediaset unter Kontrolle von Berlusconi. Um die Staatskassen aufzufüllen und um den Kampf gegen das Defizit - trotz des schwachen Wirtschaftswachstums - fortzusetzen, will die Regierung bis November eine dritte Tranche am Stromriesen Enel verkaufen, berichteten italienische Medien am Mittwoch. Der Stromkonzern könnte sich von einem Aktienpaket von bis zu 20 Prozent trennen, hieß es in Regierungskreisen. Die Beteiligung soll an Anleger und institutionelle Investoren verkauft werden. (APA)

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