SPÖ schlägt Alarm: Knapp 4.000 LehrerInnen arbeitslos

5. September 2004, 14:08
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Niederwieser: Bund verantwortlich - ÖVP weist Kritik zurück: "SPÖ verunsichere mit falschen Zahlen"

Wien - SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser schlägt angesichts der Arbeitslosenzahlen bei LehrerInnen Alarm: Wie Niederwieser am Freitag in einer Aussendung erklärte, waren im Juli dieses Jahres 3.906 Lehrerinnen und Lehrer arbeitslos gemeldet, um fast 500 mehr als im Juli des Vorjahres. "Für 3.000 dieser Lehrer ohne Job trägt die Bundesregierung die Verantwortung", so Niederwieser in einer Aussendung.

Die ÖVP wies dies die Kritik zurück und warf der SPÖ "Verunsicherung mit falschen Zahlen" vor. In der von SP-Bildungssprecher Erwin Niederwieser genannten Zahl von 3.906 arbeitslos gemeldeten Lehrern seien auch 2.252 Erzieherinnen und Erzieher beinhaltet, "das sind keine Lehrpersonen", erklärte ÖVP-Abgeordneter und Unterrichtsausschuss-Mitglied Wolfgang Großruck, in einer Aussendung. Im Bundesschulbereich werde es auf Grund der steigenden Schülerzahlen heuer mehr Lehrer geben.

Gehrer-Stellenplan als Grund

Niederwieser hatte als Grund für die hohe LehrerInnen-Arbeitslosigkeit u.a. angeführt, dass die Unterrichtsstunden um bis zu zehn Prozent gekürzt worden seien. Ein weiterer Grund sei der Stellenplan von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V), der nicht auf Besonderheiten der Kinder - sei es sonderpädagogischer Förderbedarf, zusätzlicher Förderunterricht oder sprachlicher Zusatzunterricht - eingehe. Die Schüler-Lehrer-Verhältniszahlen seien nur ein zusätzlicher, aber weitaus weniger ausschlaggebender Grund für die arbeitslosen Lehrer, so Niederwieser.

Einen Ausweg aus dieser Krise sieht der SPÖ-Bildungssprecher in der Verwirklichung des SPÖ-Modells von ganztägig geführten Schulen. "Hätte die Regierung unsere Forderung nach zusätzlichen 10.000 Ganztagsschulplätzen erfüllt, dann hätte nun ein beträchtlicher Teil der arbeitslosen Lehrer Arbeit", so Niederwieser.

Kritik der LehrerInnen-Initiative

Die Österreichischen LehrerInnen Initiative - Unabhängige GewerkschafterInnen (ÖLI-UG) kritisierte am Freitag in einer Aussendung, dass das bevorstehende neue Schuljahr eine weitere Verringerung der Lehrer-Stunden pro Schüler mit sich bringe. Grund dafür sei, so ÖLI-UG-Vertreter Josef Gary Fuchsbauer gegenüber der APA, die im Vorjahr erfolgte Kürzung der Unterrichtsstunden. Die für Lehrer zur Verfügung stehenden Werteinheiten seien dabei im Vorjahr nicht in vollem Ausmaß gekürzt worden, ein Teil der Reduktion erfolge erst im neuen Schuljahr. Dies werde sich u.a. in einer Verringerung der Begleitlehrer für behinderte bzw. förderungswürdige Kinder, einer Verringerung der Freigegenstände und Übungen und einer Erhöhung der Schülerzahl pro Klasse auswirken, heißt es in einer Aussendung der Personalvertreter. (APA/red)

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