Schweiz: SOS Rassismus empört über rechtskonservative Blocher-Partei

5. September 2004, 19:14
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SVP des Kantons Waadt geht auf Distanz zu Plakat gegen erleichterte Einbürgerung

Lausanne- Das Abstimmungsplakat der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) von Justizminister Christoph Blocher zur Vorlage über die erleichterte Einbürgerung löst Kritik und Unbehagen aus. SOS Rassismus hat am Freitag die "rassistische" Propaganda verurteilt. Die SVP des Kantons Waadt ihrerseits ging auf Distanz.

Demütigung für Einbürgerungswillige

Auf dem Plakat zur Abstimmung vom 26. September ist eine Holzkiste zu sehen. Darin liegen Pässe mit dem weissen Kreuz. Zur Kiste hin greifen verschiedenfarbige Arme, um eines der Dokumente zu ergattern. Das Bild "vermittelt den Glauben, dass mit der erleichterten Einbürgerung der Schweizer Pass künftig verscherbelt wird", kritisiert SOS Rassismus. Es stelle nicht nur für die Einbürgerungswilligen eine Demütigung dar, sondern auch für alle Bürgerinnen und Bürger, heißt es in einer Mitteilung. Das Unbehagen über das Abstimmungsplakat der SVP reicht bis in die eigenen Reihen hinein. So hat der Vorstand der Waadtländer Kantonalsektion am Donnerstag beschlossen, das Plakat nicht zu verbreiten.

Respekt gegenüber Einwohnern

Sie unterstütze zwar das doppelte Nein zu den Einbürgerungsvorlagen, distanziere sich aber vom Plakat, teilte die SVP Waadt am Freitag mit. Damit wolle die Parteisektion "ihren grossen Respekt gegenüber den Einwohnern unseres Landes" unter Beweis stellen. "Das Plakat entspricht nicht dem Bild, das wir von unserer Partei vermitteln wollen", erklärte Claude-Alain Voiblet, Generalsekretär der Waadtländer SVP auf Anfrage der sda. "Wir bevorzugen ein Klima des Dialoges und der Öffnung".(APA/sda)

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