Wiener Polizist rettete Säugling vor dem Erstickungstod

5. September 2004, 21:30
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Medikament geriet in die Lunge - Kind außer Lebensgefahr

Wien - Es ist ihm zwar unangenehm, so im Mittelpunkt zu stehen, aber ein Wiener Polizist ist am Freitag als Held gefeiert worden. Abteilungsinspektor Josef Herker vom Wachzimmer Lichtentaler Gasse rettete am Donnerstagabend einem fünf Wochen (rpt. fünf Wochen) alten Säugling das Leben. Fatima hatte einen Atemstillstand erlitten. Der herbeigerufene Polizist reagierte richtig und massierte das Herz des Babys. Kurze Zeit später schlug das Mädchen die Augen wieder auf.

Wegen einer Infektion musste Mutter Johanna K. dem Kind ein Antibiotikum verabreichen. Da Fatima auf Grund der Krankheit Schluckprobleme hatte, gerieten Teile des dickflüssigen Saftes nicht in den Magen, sondern in die Lunge. Durch diese so genannte Aspiration drohte laut Univ.-Prof. Radvan Urbanek, Vorstand der Kinderklinik am Wiener AKH, der Erstickungstod. Eltern und der Beamte hätten goldrichtig gehandelt, erklärte der Mediziner.

"Man muss in Sekunden entscheiden"

Als die Beamten den Einsatzort in der Schubertgasse in Alsergrund erreichten, kam der Vater, der 42-jährige Ali K., den Einsatzkräften mit dem Kind am Arm entgegen. Im Einsatzwagen überprüfte der Abteilungsinspektor die Atmung und massierte dann mit zwei Fingern das Herz. "Ich hatte zunächst Probleme mit dem kleinen Körper", erzählte der groß gewachsene Polizist. "Auf so etwas ist man nicht vorbereitet." Eine Mund-zu-Mund-Beatmung habe er nicht vorgenommen, weil er nicht wusste, ob das Kind erbrochen habe, was aber der Fall war. "So ist das Leben, da muss man in Sekunden entscheiden", sagte der zweifache Vater Herker.

Fatima, die zunächst auf der Kinderintensivstation im AKH behandelt worden war, wurde bereits auf die normale Station verlegt und werde "in Bälde entlassen", sagte Urbanek. In Zukunft wird Fatima nicht nur am 28. Juli, sondern auch am 2. September ihren Geburtstag feiern.(APA)

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